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Vorstandsvorlage

Von der Seitenlinie ins zentrale Mittelfeld

Von der Seitenlinie ins zentrale Mittelfeld

  • f&w
  • Management
  • 12.06.2019

f&w

Ausgabe 6/2019

Seite 511

Axel Paeger

Vielfach wird das Personalmanagement als Verwalter und weniger als Gestalter wahrgenommen. Dennoch soll es eine entscheidende Rolle bei den vielfachen Veränderungen im Gesundheitswesen einnehmen. Nun, vielleicht ist das ja gar nicht so notwendig. Oft ist es heute noch Alltag, dass von Digitalisierung bereits gesprochen wird, wenn von Faxgeräten auf E-Mail als Standardkommunikationsmittel umgestellt wird. Ist der Wille überhaupt vorhanden, wenn noch im Jahr 2017 laut einer Umfrage (unter anderem von Bitkom) 37 Prozent der befragten Ärzte Briefe nutzen, um mit den Krankenkassen zu kommunizieren? Über 52 Prozent führen weiterhin Papiernotizen.

Darüber hinaus entsteht der Verdacht, dass zunehmend die „freizeitorientierte Schonhaltung“ die entscheidende Motivation im Arbeitsalltag ist – und dies, obwohl wir immer schneller und immer mehr neue Aufgaben und erhöhte Anforderungen zu bewältigen haben. Das Fehlen von Fachkräften ist häufig mit Schlüsselstellungen verbunden, spürbar im Leistungsprozess und entscheidend für jegliche Wertschöpfung. Da ist es kaum hilfreich, den Kopf in den Sand zu stecken und zu hoffen, dass das schon irgendwie werden wird. Manch einer meint gar, dass mit dieser Taktik auch das Demografieproblem in den nächsten 30 Jahren erledigt werden könnte.

Nein, denn sicherlich ist, zusätzlich zu den gesellschaftlichen Veränderungen, der Mitarbeiter wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt. Historisch betrachtet hat dieser sich vom Produktionsfaktor zunächst zum Kostenfaktor und dann hin zum Leistungsfaktor entwickelt. Auch die Anforderungen scheinen klar zu sein: Verbesserung der beruflichen Qualifikation, lebenslanges Lernen, Entwicklung sozialer Kompetenzen und hinsichtlich der Bindungswirkung eine hohe Identifikation mit dem Unternehmen.

Wenn wir uns die Entwicklung der Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen ansehen, ist nur mit hohem Abstraktionsgrad und viel Fantasie erkennbar, dass dieses jene Veränderungen aufgenommen und somit systematisch reagiert hat. Schafft das sogenannte Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) hier Abhilfe? Es will die „Steigerung der Attraktivität von Kranken- und Altenpflege“ durch beispielsweise „eine bessere Honorierung der Wegezeiten“ im Bereich der ambulanten Alten- und Krankenpflege erreichen. Physikalisch wird Arbeit verrichtet, wenn ein Körper durch eine Kraft bewegt wird. Nehmen wir an, die Kraft sei das PpSG. Dieses versucht den Körper, die Mitarbeiter, zu bewegen. Doch fehlen diese aufgrund des bekannten Fachkräftemangels. Somit kann auch keine Arbeit verrichtet werden. Was häufig und zu Recht gefordert wird, nämlich eine attraktive und marktgerechte Vergütung, wird auch durch diese Kraft nicht gefördert; denn die finanziellen Auswirkungen werden die Krankenkassen mittelfristig nicht tragen.

Es braucht also gutes Personalmanagement, und zwar als Gestalter, denn die wenigen, die noch da sind, gilt es, im System zu halten trotz der weiterhin herausfordernden Rahmenbedingungen.

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