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Kardiologie verliert

Kardiologie verliert

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  • 29.06.2018

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Ausgabe 7/2018

Seite 584

Als „bisher umfangreichsten und erlösrelevantesten Umbau“ des DRG-Systems hatte Dr. Frank Heimig, Leiter des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK), die bessere Gewichtung von Personalkosten gegenüber Sachkosten im Fallpauschalensystem auf dem Nationalen DRG-Forum 2017 bezeichnet. Was ist daraus geworden? Fazit: Vor allem Fachabteilungen der Kardiologie verloren an Umsätzen, wie der aktuelle Klinik-Stresstest von Bibliomed und Mediqon zeigt (Abbildung). Zugleich gewann besonders die Geburtshilfe.

Unter www.bibliomedmanager.de/stresstest lässt sich anhand der InEK-Kalkulationsmatrix sowohl über alle Bereiche hinweg als auch für einzelne Hauptdiagnosegruppen (MDC) oder DRG detailliert analysieren, welche Kostenstellen und Kostenarten wo im Krankenhaus von dem Umbau profitiert und welche verloren haben, zumindest wenn man eine Repräsentativität der Kalkulations-Kliniken unterstellt, anhand derer das InEK die Fallpauschalen und ihre Relativgewichte errechnet. „Die Daten zeigen, dass das Ziel des Vorhabens erreicht wurde: Bereiche im Krankenhaus mit hohen Sachkosten verzeichnen ein Umsatzminus, Bereiche mit hohem Personalkostenanteil ein Plus“, fasst Dr. Dirk Elmhorst, Geschäftsführer von Mediqon, die Ergebnisse zusammen.

Doch die pauschale stärkere Gewichtung der Personalkosten war nur der erste Schritt. Der Gesetzgeber hatte die Organisationen der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen verpflichtet, noch weiter zu gehen. Sie sollten die relativen Entgelte für Leistungen, bei denen es Anhaltspunkte für im erhöhten Maße wirtschaftlich begründete Fallzahlsteigerungen gibt, gezielt zusätzlich absenken. Insgesamt sollten 21 DRG aus sechs Leistungsbereichen sinken, darunter Implantationen von Defibrillatoren, Operationen der Wirbelsäule, Kniegelenks- und Hüft-OPs sowie geplante Kaiserschnittentbindungen.

Die Auswirkungen auf die DRG, die gezielt – unabhängig von der Sachkostenkorrektur – abgesenkt wurden, finden sich ebenfalls im Klinik-Stresstest und lassen sich unter BibliomedManager.de im Einzelnen anhand der InEK-Katalogliste analysieren. „Am stärksten verliert hier die Revision oder der Ersatz des Hüftgelenks ohne bestimmte komplizierende Diagnose“, sagt Mediqon-Geschäftsführer Elmhorst. Seinen Daten zufolge sank das Vergütungsvolumen für diesen operativen Eingriff 2017 um sieben Prozent.

Gewinner ist die konservative Behandlung der Wirbelsäule. „Die nicht operativ behandelten Erkrankungen und Verletzungen im Wirbelsäulenbereich erzielten ein Umsatzplus von 1,05 Prozent“, führt Elmhorst weiter aus. 

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