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Recruiting

Revival der Werkswohnungen

Revival der Werkswohnungen

  • Personalmanagement
  • Titel
  • 05.09.2019

Eine Abwerbeprämie zu bekommen, ist nett. Allerdings, was kommt dabei rum? Ein toller Urlaub mit der Familie, und das wars. Viel interessanter ist Wohnraum. Die München Klinik hat das erkannt und gibt – auf einem der am härtesten umkämpften Wohnungsmärkte Deutschlands – ihr Bestes, Wohnungen für ihre Mitarbeiter bereitzustellen. Für an die 1.000 Wohnungen im gesamten Stadtgebiet haben sie Bezugsrechte für Mitarbeiter reserviert. Pro Jahr kommen von den Städtischen Wohnungsbaugesellschaften weitere 30 Wohnungen dazu. Darüber hinaus bietet das Unternehmen seinen Mitarbeitern Unterstützung bei der Wohnungssuche und für Übergangssituationen temporäre Unterkünfte an.

Zusätzlich ist das Klinikmanagement mit Wohnungsgenossenschaften und den Stadtwerken in München im Gespräch. Das kann dauern. In der Zwischenzeit hat die Geschäftsführung auf dem Klinikgelände Harlaching ein ehemaliges Schwesternwohnheim umbauen lassen: 90 – auch größere Wohnungen – sind so entstanden. Die räumliche Nähe zum Arbeitsplatz, Vorgesetzten und Kollegen ist dabei für viele Pflegekräfte kein Problem – die Nachfrage ist groß.

Starthilfe und Dauerlösung

Mehr Wohnungen anbieten zu können, lautet deswegen das strategische Ziel bei der Gewinnung von Fachkräften. Auf dem Klinikgelände in Schwabing sollen weitere Mitarbeiterwohnungen entstehen. Längst hat man in München erkannt: Der Pflegenotstand und der Wohnungsnotstand können nicht getrennt voneinander gedacht werden. Er habe Anrufe von Pflegekräften erhalten, die ihm gesagt haben, dass sie für eine Wohnung den Arbeitsplatz wechseln würden, erzählt Dr. Axel Fischer, Vorsitzender der Geschäftsführung der München Klinik.

In Berlin, wo inzwischen die Wohnungsnot der in München in nichts nachsteht, sieht es für Pflegekräfte und andere Krankenhausmitarbeiter deutlich schwieriger aus. Bezahlbarer Wohnraum wird immer mehr zur Mangelware und die Suche danach zu einer echten Belastungsprobe. Wohnungsbaugesellschaften – kommunale wie private Träger – „zeigen wenig Interesse, mit uns auf diesem Gebiet zusammenzuarbeiten“, so Jenny Wortha, stellvertretende Pflegedirektorin der Charité. Die Uniklinik schafft es gerade einmal, 60 möblierte Apartments für das Recruitment internationaler Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen. Angedacht sind auch Azubi-Wohnungen für die neue mit Vivantes geplante Bildungsakademie – noch ist das Zukunftsmusik.

In Frankfurt bietet das Klinikum Frankfurt Höchst zwölf WG-Zimmer zu „moderaten Mietpreisen“ an, so Geschäftsführerin Dr. Dorothea Dreizehnter. Diese seien jedoch eher als Starthilfe für Mitarbeiter gedacht, die neu in die Stadt kommen. „Darüber hinaus stehen wir stetig mit der Stadt im Kontakt, um Möglichkeiten zu finden, durch die bezahlbarer Wohnraum für Pflegekräfte in Frankfurt geschaffen werden kann.“ Ob Mitarbeiterwohnungen einmal auf dem derzeit im Bau befindlichen Gesundheitscampus des Klinikums entstehen, „wird diskutiert“.

Die guten alten „Werkswohnungen“, wie sie damals im Rahmen der Sozialfürsorge patriarchalisch geführter Unternehmerdynastien wie Bayer oder Krupp entstanden sind, könnten sich heute nach einem Jahrhundert wieder zu einem echten Wettbewerbsinstrument entwickeln.

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