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Gespräch mit einem DocMorris-Apotheker

"Die Kundenfrequenz hat sich schlagartig verdreifacht"

"Die Kundenfrequenz hat sich schlagartig verdreifacht"

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  • 01.02.2007

Gesundheits Wirtschaft

Ausgabe 2/2007

Im April wechselte Manfred Kutter die Marke. Der Fuldaer Apotheker eröffnete die erste DocMorris-Apotheke in Hessen. Es war die fünfte in Deutschland. Wir sprachen mit ihm über seine Erfahrungen, seinen Erfolg und seine Erwartungen an die Zukunft, wenn die Zeit der Apotheken-Ketten anbrechen sollte.

? Sehr geehrter Herr Kutter, im April eröffneten Sie die erste DocMorris-Apotheke in Hessen. Es war die fünfte in Deutschland. Warum wurden Sie DocMorris- Apotheker?

Kutter: Drei meiner Fuldaer Kollegen hatten schon vor mir ihre Fühler nach DocMorris ausgestreckt. Meine Reaktionszeit war aber letztendlich schneller.

? Was ist der Unterschied zwischen einer normalen Apotheke und DocMorris?

Kutter: Die Frage ist nicht korrekt. Meine DocMorris-Apotheke ist natürlich auch eine ganz normale Apotheke mit allen Serviceleistungen, die man in einer deutschen Apotheke erwarten kann. Der Unterschied liegt im Marktauftritt. Ich biete die gleiche, hohe Qualität wie vor der Umfirmung, kann aber bei 450 bis 500 Topsellern besonders preisgünstig sein. Das freut meine Kundschaft.

? Was hat sich mit der Umfirmung geändert? 

Kutter: Die Kundenfrequenz hat sich schlagartig verdreifacht. Ich habe mein Personal aufgestockt und die Öffnungszeiten verlängert.

? Haben sich auch die Kunden verändert? 

Kutter: Ja, die Kunden genießen den Reiz des „Neuen". Sie erwarten keine Zugaben wie Taschentücher, Pröbchen oder Zeitungen am Schluss ihres Kaufes, da sich der Besuch bei mir schon wegen des Preisvorteils gelohnt hat.

? Wie kommt das neue Outfit beim Kunden an? 

Kutter: Gut! Es ist frisch, modern, aufgeräumt. Wir sind keine Kramapotheke mit vielen vergilbten Aufstellern, sondern haben eine klare Linie in Weiß und Grün.

? Was sagen die anderen Apotheker dazu? 

Kutter: Zu mir hat noch kein Kollege etwas direkt gesagt. Ich werde aber wahrscheinlich nicht mehr zum Apothekerstammtisch eingeladen. Jedenfalls vorerst nicht.

? Haben die anderen Apotheker Umsatz verloren? 

Kutter: Kein Kuchen ist beliebig oft teilbar, aber viele Kunden kommen von außerhalb, und ein Großteil kennt DocMorris aus eigener Erfahrung aus dem Internet. Dieser Umsatz kommt also nicht von den Kollegen aus der Kernstadt. Die 150 Meter entfernt liegende 250 Jahre alte Traditionsapotheke meiner Frau hat sogar ein Umsatzplus.

? Warum gewinnen beide, DocMorris und die Nachbarapotheke?

Kutter: DocMorris zieht einfach mehr Kunden mit Arzneimittelwünschen an. Also ist es bei mir voller. Aber manche Kunden mögen es offenbar eher ruhiger und gehen nach nebenan.

? Wie viel kostet der Wechsel zu DocMorris? 

Kutter: Kann ich nicht sagen, da nach meinem Wechsel zu DocMorris diese Marke von der deutschen Celesio AG übernommen wurde. Das erhöht natürlich den Marktwert. Ich weiß nicht, wie jetzt die Lizenzpreise sind und wie sie sich vielleicht noch entwickeln werden.

? Wie teuer war der Wechsel vor der Übernahme durch die Celesio AG?

Kutter: Ich zahlte einmalig 5 000 Euro plus Umsatzsteuer. Monatlich zahle ich 1 200 Euro und erhalte dafür den Markenauftritt und Gebietsschutz.

? Was bringt es, ein grünes Kreuz anstatt eines roten Apotheken-A's ans Schaufenster zu kleben?

Kutter: Das grüne Kreuz mit dem Schriftzug DocMorris ist eine starke Marke mit hohem Bekanntheitsgrad. Es steht für Progressivität, Internationalität und gute Preise. Wenn der Markt liberalisiert wird und Apotheken-Ketten entstehen dürfen, will DocMorris sich als stärkste Kette exponieren. Sortimente werden erweitert und die Qualität wird erhöht. Als größter europäischer Pharmagroßhändler hat man dafür das Know-how. Ich werde dann froh darüber sein, mich rechtzeitig positioniert zu haben.

? Herr Kutter, Sie haben noch eine weitere Apotheke im katholischen Herz-Jesu Krankenhaus. Was ist die stärkere Marke: DocMorris oder Herz-Jesu?

Kutter: Beides sind Begriffe, die klare Assoziationen wecken. Jede Richtung hat ihre Berechtigung und ihre Reize. Die Kundenzufriedenheit hat meine höchste Priorität. Der Kunde allein entscheidet, wo er sich am wohlsten fühlt.

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