344
Passwort vergessen

Der Druck, zu innovieren, wird steigen

Der Druck, zu innovieren, wird steigen

  • Politik
  • Editorial
  • 01.05.2007

Gesundheits Wirtschaft

Ausgabe 5/2007

Wie sähe die Welt ohne Innovationen aus? Verschickten wir unsere Eilpost noch immer mit dem laufenden Kurier anstatt als E-Mail? Reisten wir noch mit Pferd, und heizten wir noch einmal die Woche den Badeofen an? Keine Frage, jeder wird diese Innovationen befürworten und fordern, denn sie machen die Welt meist besser. Zwar gibt es immer Skeptiker, die jeder Neuerung entgegenstehen, aber der Widerstand bricht rasch zusammen, wenn der persönliche Nutzen überwiegt. Auch die Gegner von Mobiltelefonen benutzen diese vielfach selbst. Der Druck, zu innovieren, wird sich erhöhen, denn Rohstoffe werden knapper und damit teurer, während der Mobilitätsbedarf steigt; aber auch die Urbanisierung und die Nachfrage nach Leistungen für die Gesundheit als Megatrends der Zukunft stellen uns vor neue Herausforderungen.

Wir müssen mit noch weniger Mitteln für noch mehr Menschen mehr erreichen. Darum brauchen wir noch mehr Innovationen. Auslöser der Innovationen ist der Problemdruck. Je stärker er wächst, desto eifriger suchen wir nach einer neuen Lösung. Der Wettbewerb vermag den Druck noch zu steigern. Wenn wir also viele gute Ideen haben wollen, benötigen wir nicht nur das kognitive und technische Rüstzeug, sondern auch Bedingungen, unter denen sich Innovationen einstellen und dann durchsetzen können. Das Neue muss gewollt, es darf nicht gefürchtet sein.

Das beginnt schon im eigenen Unternehmen. Die Angst vor Veränderung ist vor allem dann groß, wenn mit ihr Machtverlust einhergeht. Die Veränderung muss aber auch politisch gewollt sein. Hier liegt in der Gesundheitswirtschaft noch manches im Argen. Während wir just in dieser Branche technologisch von der Chemie über die Biotechnologie und Medizintechnik bis hin zur Strahlentherapie, kurzum auf dem ganzen Feld der Medizin, international an der Spitze stehen, legen wir uns – wenn es an die Nutzung der Chancen geht – politisch die Fesseln an.

Wie im Kleinen ist auch im Großen der Machterhalt der Feind der Innovation. Ganz schlicht gefragt, warum sind noch immer ambulant und stationär getrennt, warum hat die elektronische Datenverarbeitung die Medizin noch nicht erfasst wie andere Branchen? Erledige ich die Geldgeschäfte, mache ich das weltweit mit einer Karte. Gehe ich zum Arzt, darf es die elektronische Patientenkarte noch nicht geben, denn Datenschutzprobleme werden vorgeschoben.

Um angeblich unsere Interessen, die der Patienten, zu schützen. In Wahrheit geht es nur darum, dass Akteure im System ihr Wissen nicht preisgeben wollen. Denn Wissen ist Macht. Zudem fürchten sie, kontrollierbar zu werden. Wenn wir also den Erfolg haben wollen, den wir haben könnten, und den wir haben müssen, dann müssen die Fesseln fallen. Die Politik hat sie uns einmal angelegt, nun ist es an ihr, diese zu lockern. Erinnern wir uns: Die Zeit der Zünfte ist vorüber, und mit der Gewerbefreiheit kam der Durchbruch für mehr Wohlstand und Fortschritt für alle.
 

Autor

Unsere Zeitschriften

f&w

Pflege und Krankenhausrecht

Empfehlung der Redaktion

Entgeltverhandlungen 2018: Was Krankenhäuser jetzt wissen müssenm

Weitere Artikel dieser Ausgabe

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich