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"Wir wollen weiter wachsen, auch im Ausland"

"Wir wollen weiter wachsen, auch im Ausland"

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  • 01.05.2007

Gesundheits Wirtschaft

Ausgabe 5/2007

Der neue Asklepios-Chef: Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung Dr. Tobias Kaltenbach

Herr Dr. Kaltenbach, Asklepios hat nach zehn Jahren die Führungsstruktur umgestellt. Warum jetzt?

Dr. Kaltenbach: Unsere Führungsstruktur zeigte über viele Jahre hohe Kontinuität. Nun ist Asklepios in den letzten Jahren extrem gewachsen, und die erweiterten Aufgabenfelder erforderten auch ein Wachsen der Konzernspitze. Wir sind jetzt insgesamt sechs Konzerngeschäftsführer: mein Stellvertreter Dr. Dr. Martin F. Siebert und Dr. Peter Coy für das operative Geschäft, Elmar Willebrand für Akquisition und Recht, Dr. Rolf J. Lucas für den Auslandsbereich und Stephan Leonhard für den Bereich Finanzen. Jetzt sind wir gut aufgestellt, den heutigen Anforderungen und denen der Zukunft gerecht zu werden.

Das macht uns neugierig. Wie sehen diese aktuellen und künftigen Anforderungen denn aus?

Dr. Kaltenbach: Natürlich war und ist die Integration der Hamburger Kliniken eine sehr große Aufgabe, aber auch seit dieser größten Akquisition am deutschen Klinikmarkt sind wir bereits wieder mit einer zweistelligen Rate gewachsen. Wir sehen die Fortsetzung unseres Wachstumkurses auch in der Zukunft als große Chance und Herausforderung an.

Und wie beurteilen Sie den Krankenhausmarkt im Allgemeinen? Das Angebot an Kliniken ist doch ziemlich mager geworden, da die öffentliche Hand wieder mehr Steuern einnimmt.

Dr. Kaltenbach: Insgesamt glaube ich, dass der Anteil der privaten Klinikketten am Krankenhausmarkt wächst. Es stimmt, derzeit ist es auf der Angebotsseite etwas ruhiger geworden. Doch ich bin sicher, das ist nur eine kurze Verschnaufpause. Und wir selbst haben in den letzten Monaten etliche Kliniken erworben, sei es in Brandenburg, Niedersachsen oder Hessen. Erst vor zwei Wochen haben wir die CardioClinic in Hamburg gekauft.

Andere Klinikkonzerne halten sich vom ausländischen Markt fern, Asklepios hatte dagegen schon früh in den USA investiert. Wie gestalten Sie in Zukunft Ihr Auslandsengagement? Dr. Kaltenbach: Wir wollen weiter wachsen, auch im Ausland. Dort haben wir in Griechenland eine Beteiligung an einer privaten Klinikkette erworben, und sind selbst in das aktive Geschäft involviert. Die Kliniken in den USA, die Sie angesprochen haben, zeigen eine seit Jahren stabile Entwicklung.

Was prädestiniert Sie für Ihre neue Position?

Dr. Kaltenbach: In der Konzerngeschäftsführung sind wir ein Team, eine Mannschaft. Wir ergänzen uns – jeder mit seinem fachlichen Profil – ideal. Ich selbst bringe viele Jahre an Branchenerfahrung aus meinem Berufsweg ein, den ich als einer der wenigen ausschließlich im Krankenhaus verbracht habe. Schon im Studium bei Professor Dr. Günter Sieben an der Universität zu Köln habe ich mich dem Thema Krankenhaus- Ökonomie gewidmet und direkt danach das Akutgeschäft einer anderen großen privaten Krankenhauskette aufgebaut. Nun bin ich seit elf Jahren bei Asklepios, habe dort das Herzzentrum in München auf neue feste Füße gestellt, war Regionalgeschäftsführer und bin vor acht Jahren in die Geschäftsführung berufen worden.

Sie haben schon 1991 ein Werk über Total Quality Management (TQM) geschrieben, das bei Bibliomed mehrfach aufgelegt wurde. Sie waren einer der ersten, der das Thema Qualität offensiv besetzt hat. Aber als Qualitätsführer im Markt gilt heute Helios. Wie wollen Sie diesen Vorsprung des Mitbewerbers aufholen?

Dr. Kaltenbach: Unsere Arbeit in Sachen Qualität ist langfristig angelegt und zeigt beachtliche Erfolge: Wir haben die meisten Häuser, die nach KTQ zertifiziert sind. Und wir sind die erste Gruppe, die einen umfassenden Ergebnisqualitätsbericht nach den BQS-Daten veröffentlicht hat. All unser Tun ist getrieben von dem Ziel, Qualität zu verbessern und Prozesse transparent zu machen. Doch wir gehen damit nicht primär an die Öffentlichkeit, sondern konzentrieren uns auf die Umsetzung in den Häusern.

Wenn Sie also weiter wachsen wollen, benötigen Sie Geld. Wo wird das herkommen? Vom Aktienmarkt oder von Private Equity Fonds?

Dr. Kaltenbach: In der Tat haben heute teilweise spekulative Finanzierungsformen Eingang in den Krankenhausmarkt gefunden. Asklepios ist hier konservativ und damit langfristig orientiert. Wir finanzieren unser Wachstum aus einer gesunden Mischung von gängigen und modernen Instrumenten der Eigen- und Fremdfinanzierung. Unsere stabile Eigentümerstruktur als Familienunternehmen unterstützt dies.

Das Interview führte Uta Meurer.

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