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Sachverständigenrat legt Vorschläge vor

Notfallversorgungs-Konzept für Koalitionsverhandlungen

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Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will nach der Bundestagswahl am 24. September zügig die Reform der Notfallversorgung angehen. Es sei nötig, „am Beginn der neuen Legislaturperiode einen weiteren Schritt zu gehen“, sagte Gröhe heute bei einem Werkstattgespräch des Sachverständigenrates Gesundheit zur Reform der Notfallversorgung. Der Vorsitzende des Rates, der Frankfurter Professor Ferdinand Gerlach, zeigte sich optimistisch, dass die Vorschläge des Sachverständigenrates in den Koalitionsverhandlungen thematisiert werden. 

Konkret schlagen die Gesundheits-Weisen eine einheitliche Leitstelle statt der bisher getrennten Rufnummern 112 und 116117 vor. Dort solle von qualifizierten Ärzten eine Ersteinschätzung vorgenommen werden. Im Krankenhaus sollen die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) und die Krankenhäuser gemeinsam Integrierte Notfallzentren (INZ) gründen und tragen, etwa in der Rechtsform einer GmbH, die dann allerdings von den KVen betrieben werden sollen, um „unangemessene Anreize zur stationären Aufnahme“ zu vermeiden. An einem einheitlichen „Tresen“ soll eine Triage stattfinden; Patienten sollen dann entweder in die KV-Struktur oder das Krankenhaus weitergeleitet werden, wobei die Entscheidung Ärzte fällen sollen.

 

Der Vorschlag stieß allerdings sowohl beim Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum, als auch bei Johann-Magnus von Stackelberg, stellvertretender Vorsitzender des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-SV), auf Ablehnung. Stackelberg warnte vor einem dritten Versorgungssektor (neben KV-System und Kliniken) und verwies auf die schlechten Erfahrungen bei der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) mit gemeinsamen Verantwortlichkeiten. Der Sachverständigenrat plädiert für INZ an allen Krankenhäusern, die an der Notfallversorgung teilnehmen, und spricht sich zugleich für eine Reduzierung der Kliniken aus.

Ihre Vorstellungen zur Ausgestaltung der künftigen Notfallversorgung legten unterdessen auch die Grünen vor. In einem Zehn-Punkte-Papier, aus dem der Tagesspiegel zitierte, schlägt die Partie vor, den Rettungsdienst und Kassenärztlicher Bereitschaftsdienst zusammenzulegen. Eine bundesweite App solle jederzeit über alle verfügbaren Hilfsangebote vor Ort einschließlich niedergelassener Praxen informieren. Der Vorschlag geht in die Richtung des Konzepts, das die Kassenärztliche Bundesvereinigung bald vorlegen will.

Autor

Dr. Stephan Balling

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