Armutszeugnis für Pflegenoten

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Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU, Jens Spahn, hat sich in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung" für die Abschaffung der Pflegenoten für Heime ausgesprochen. Das System sei gescheitert und „ein klassisches Beispiel für ein Versagen der Selbstverwaltung", so Spahn gegenüber der Zeitung. Es habe „bei maximalem Aufwand und Ärger bisher nichts aber auch gar nichts gebracht". So wie das derzeit laufe, sei es „einfach nur ein Desaster".

Zurecht sei die erhebliche Bürokratie bei den Pflegekräften „verhasst". „Sie müssen jeden Tag viel an Dokumentation ausfüllen für ein unbrauchbares Nonsens-Ergebnis. Denn fast jede Einrichtung in Deutschland hat die Note eins", so der CDU-Politiker weiter. Statt der Pflegenoten als Orientierungshilfe für Angehörige und Pflegebedürftige plädierte Spahn etwa für die Veröffentlichung der Prüfberichte des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) in einer verständlichen Form.

Auch Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK, fordert heute in Berlin die Einstellung des Benotungssystems für Pflegeeinrichtungen: „Es bringt verzerrte Ergebnisse hervor". So lasse sich etwa eine Fünf wegen unbehandelter Druckgeschwüre durch eine Eins für die Mitwirkung der Bewohner an der Gestaltung der Gemeinschaftsräume ausgleichen", sagte Mascher.  Wie Spahn sieht auch der Verband in den MDK-Berichten eine „sinnvolle Grundlage zur Bewertung von Pflegeeinrichtungen". Diese müssten künftig nur besser genutzt werden.

Autor

 Johanna Kristen

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