Knapp 45,8 Prozent der Geschäftsführenden von Reha-Einrichtungen rechnen für das Jahr 2026 mit Verlusten. Zudem erwarten 56,3 Prozent von ihnen, dass sich die wirtschaftliche Lage ihrer Einrichtungen noch weiter verschlechtern wird. Das geht aus der Befragung zum Indikator der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) vom Juni und Juli dieses Jahres hervor.
"Die wirtschaftliche Situation der Reha-Einrichtungen ist angespannt und droht sich weiter zu verschlechtern", sagt dazu der BWKG-Vorsitzende Heiner Scheffold. "Und das, obwohl die medizinische Rehabilitation Menschen hilft und die Sozialversicherungen entlastet. Dennoch fehlt vielen Einrichtungen weiterhin eine verlässliche wirtschaftliche Grundlage."
Ein Grund hierfür sei das neue Vergütungssystem der Deutschen Rentenversicherung, teilt die BWKG mit. Es ignoriere durch seine bundesweite Kalkulationsbasis die überdurchschnittlichen Personal- und Sachkosten der Reha-Einrichtungen in Baden-Württemberg.
Auch wenn die Rentenversicherung für das Jahr 2027 Verbesserungen vorsehe, müssten einige Einrichtungen in diesem Jahr eine Nullrunde verkraften. Die finanzielle Situation verschärfe sich durch die Einsparungen im GKV-Stabilisierungsgesetz zusätzlich.
Zudem fehlten Reha-Kliniken häufig die Mittel für notwendige Investitionen in Digitalisierung, moderne Infrastruktur und innovative Versorgungskonzepte.
Scheffolds Forderung: Den Reha-Deckel in der Rentenversicherung abschaffen und für alle Kostenträger unabhängige Schiedsstellen einführen. Eine solche Streitlösungsinstanz gebe es für den Bereich der Rentenversicherung bislang nicht.
res
