Notfälle überlasten Kliniken

Mehr Verletzte wegen Glätte

  • Notfallversorgung
DKG: Mehr Verletzte wegen Glätte - Notfälle überlasten Kliniken
DKG: Mehr Verletzte wegen Glätte - Notfälle überlasten Kliniken © Getty Images/Supoj Buranaprapapong

Winterliche Glätte führt derzeit bundesweit zu einem deutlichen Anstieg an Stürzen und Verletzungen. Besonders in Berlin und im Osten Deutschlands melden Krankenhäuser überlastete Notaufnahmen. Fehlende Räumpflichten, Eisregen und Frost verschärfen die Situation, kritisiert die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG). 

Wegen Stürzen aufgrund von Glätte werden in einigen Teilen Deutschlands zurzeit vermehrt Menschen in Kliniken behandelt. "Die Krankenhäuser berichten von verstärkter Belastung der Notaufnahmen und der stationären Bereiche durch Glätteunfälle", sagt Gerald Gaß, DKG-Vorstandsvorsitzender. "Betroffen sind die Regionen, die in den vergangenen Tagen Eisregen und Dauerfrost erlebt haben und weiter erleben." Das seien vor allem der Osten Deutschlands und Berlin, wo besonders viele Menschen zu Fuß gehen. 

"Leider muss man als Fußgänger in Berlin auch den Eindruck haben, dass die Stadt und die privaten Grundstückseigentümer es nicht schaffen, ihrer Verkehrssicherungspflicht nachzukommen", so Gaß. Davon seien auch Radfahrer betroffen. Während die Straßen eisfrei gehalten werden, funktioniere die Räumpflicht der Grundstückseigentümer auf den Geh- und Radwegen weder flächendeckend noch werde sie konsequent durchgesetzt, kritisiert er. Die DKG sehe hier politischen Regelungs- und Veränderungsbedarf. "Krankenhäuser und vor allem die verletzten Patientinnen und Patienten spüren gerade die Konsequenzen einer ungenügenden Regelung der winterlichen Räumpflichten", moniert Gaß. 

Breites Spektrum bei Verletzungen

Das BG Unfallkrankenhaus in Berlin sei derzeit jeden Tag voll, erklärt eine Sprecherin am gestrigen Donnerstag. Sowohl die Betten als auch die Personalkapazitäten seien mehr als ausgelastet. "Die Chirurgen arbeiten die Nächte durch", so Sprecherin Angela Kijewski.

Das Verletzungsspektrum aufgrund von Glatteis sei sehr breit. Zu den häufigsten Verletzungen gehören demnach Knochenbrüche und schwere Prellungen. In den Krankenhäusern gebe es jedoch auch Patienten mit Gehirnerschütterungen und Platzwunden sowie einige Schwerverletzte. Zudem seien unter den Verletzten alle Altersklassen vertreten. "Generell sind Verletzungen nach Stürzen aber keine Sache nur der Älteren", erklärt Gaß.

dpa

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