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Pflegepersonaluntergrenzen: "Verbesserungen verpuffen"

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Pflegepersonaluntergrenzen: "Verbesserungen verpuffen"
© GettyImage/STEVE DEBENPORT

Die Pflegepersonaluntergrenzen (PpUG) in den Krankenhäusern sind seit dem 4. März 2020 wegen der Corona-Pandemie vorläufig ausgesetzt. "Was die Politik als wichtiges Instrument zur Stärkung des Pflegepersonals und der Patientensicherheit in den Kliniken ab 1. Januar 2019 eingeführt hatte, wurde mit Beginn der Krise als verzichtbar eingestuft." Darauf weist der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) hin und kritisiert: Bereits vor der Krise seien die angekündigten Verbesserungen für alle Betroffenen weitestgehend ausgeblieben.

Im letzten Quartal des 1. PpUG-Jahres, vom 1. Oktober bis 30. November 2019, hat der DBfK eine Online-Umfrage unter beruflich Pflegenden aus den Krankenhäusern durchgeführt und nun die Ergebnisse unter dem Titel „Ziel erreicht? Ergebnisse einer Online-Umfrage zu Effekten der Pflegepersonaluntergrenzen im Krankenhaus“ veröffentlicht. 

Laut DBfK wurden knapp 1000 Antworten ausgewertet. "Das Meinungsbild zeigt deutlich, dass die Umsetzung der PpUG vielfach zu mehr negativen als positiven Effekten geführt hat und keineswegs mehr Patientensicherheit, Versorgungsqualität oder Mitarbeiterzufriedenheit garantiert. Stattdessen kam es zu gestiegenem Dokumentationsaufwand und Verschiebungen von Personal und Patientinnen und Patienten", lautet das Fazit.

"Verbesserungen verpuffen"

„Auf dem verordnet niedrigen Niveau und begrenzt auf bestimmte Teilbereiche können die PpUG keine Patientensicherheit gewährleisten oder die Pflegenden vor Überlastung schützen. Dass in vielen PpUG-Bereichen Pflegefachpersonal aufgestockt werden musste, um die Vorgaben zu erfüllen, zeigt aber, dass Untergrenzen wirken. Besonders deutlich wird dadurch, wie schlecht die Personalausstattung vorher gewesen sein muss. Und immer wieder wurde in der Einrichtung kein Pflegepersonal aufgestockt, sondern nur verschoben. Die von der Politik versprochenen Verbesserungen verpuffen“, erklärt DBfK-Präsidentin Prof. Christel Bienstein.

„Ohne ein verbindlich anzuwendendes Pflegepersonalbemessungsinstrument, das auch als Referenzsystem für Personaluntergrenzen verwendet wird, ändert sich an der kritischen Situation der professionell Pflegenden in den Krankenhäusern nichts. Eine verbindliche Personalbemessung muss umgehend eingeführt werden. Die Vorschläge dazu liegen auf dem Tisch. Und mit der Rückkehr zur Normalität in den Krankenhäusern müssen jetzt auch umgehend die Schutzregelungen für Arbeitszeit und Personaluntergrenzen wieder eingesetzt werden.“

Der vollständige Abschlussbericht steht hier als Download zur Verfügung. 

Autor

 Christina Spies

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