DRG | Forum 2024

Schmedders: „Den Weg der Ambulantisierung gehen“

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Schmedders: „Den Weg der Ambulantisierung gehen“
© GKV-Spitzenverband

Teils Einigkeit, teils Uneinigkeit kommen in der Session zur Psych-Versorgung beim DRG | Forum 2024 auf. Dass die Zukunft des Psych-Sektors die Ambulantisierung ist, insbesondere mit teilstationären Leistungen, Modellvorhaben nach § 64 b oder Psychiatrischen Institutsambulanzen (PIA), darüber herrsche längst große Klarheit, sagt Mechtild Schmedders, Leiterin des Referats für Krankenhauspersonal und Qualitätssicherung vom Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV-SV). „Wir müssen den Weg der Ambulantisierung gehen“, so Schmedders. Konzepte, wie Stationsäquivalente Behandlungen (StäB) oder das Home Treatment, seien die Zukunft der psychiatrischen Versorgung. Sektoren- und settingübergreifende Modelle sollten zugleich den Bedarfen vor Ort entsprechen. Denn: „Modellvorhaben haben inzwischen eine deutliche Evidenz, die zeigt, dass wir eine stationäre Über- und Fehlversorgung haben“, verdeutlicht sie.

Kappert-Gonther: "Mehr Spielraum für Kliniken"

„Dafür ist die wichtigste Richtung mehr Spielraum für die Kliniken“, so Kirsten Kappert-Gonther vom Bündnis 90/Die Grünen. „Wir müssen die Personalressourcen dringend anpacken und sie flächendeckend menschenrechtsbasierter gestalten“, zumal dabei eine Integration aller Berufsbilder in die Psychotherapeutischen Bereich unumgänglich sei, fügt Michael Löhr, Pflegedirektor der LWL-Kliniken Gütersloh, hinzu. „Dieses Feld liegt noch ziemlich brach“, so sein Resümee.

Eine Möglichkeit dafür könnte die neue Level-Zuordnung der Krankenhäuser sein, die mit der Krankenhausreform kommen soll. Tom Bschor, Vorsitzender der Regierungskommission des Bundesgesundheitsministeriums (BMG), erklärt, dass die psychiatrische Versorgung in allen Leveln mitgedacht werden können soll. Auch für die Level-1i-Häuser schließe er niederschwellige therapeutische Einbindung nicht aus. Sie böten die Chance, Versorgungsmängel vor Ort einfach auszugleichen, beispielsweise in der Krisenhilfe. Der Reformbedarf sei dringend notwendig, so Bschor, unter anderem mit mehr Gruppentherapien, mehr Innovationen und dem Fokus auf stationäre Behandlungen für schwerkranke Patienten.

Reibereien zu Gobalbudgets

Uneinigkeiten zeigen sich in den Diskussionen über die großen Finanzierungsfragen. So einige Baustellen nennt eingangs Moderator Göran Lehmann, Fachreferent Krankenhausfinanzierung bei der Techniker Krankenkasse: PPP-RL, PEPP-Entgelte, Psych-PV oder tagesbezogene Finanzierungen – die Bedarfsermittlungen und Komplexleistungen seien mit sehr unterschiedlichen Anreizen bestückt, so Lehmann.

Mögliche Finanzierungslösungen hat die Regierungskommission in der 8. Stellungnahme zur Psych-Reform verbaut: die Globalbudgets in Versorgungsregionen. Während sich die Häuser künftig darüber freuen könnten, stößt die Idee bei den Kassen auf wenig Anklang: Was mit dem Geld vor Ort genau passiere und wie es überhaupt verteilt werden soll, das sei noch völlig unklar, kritisiert Schmedders.

Brieger: "System der Kassenärztlichen Vereinigung ist schon kollabiert"

Und schaut man vor Ort, wie die Versorgung nun überhaupt läuft, so stellt man schnell fest, dass sie bereits jetzt vielerorts an ihre (personellen) Grenzen stößt. „Das System der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) ist schon längst kollabiert“, konstatiert Peter Brieger. Die Häuser selbst bräuchten die Globalbudgets ganz dringend, um vor Ort die Themen selbst anzupacken und ihre Zukunft selbst zu gestalten. „Das kann nicht über die Kommission passieren oder die KV, das muss vor Ort passieren“, so Brieger. 

Autor

 Anika Büchner

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