Tarifabschluss

Mehr Geld, weniger Arbeitszeit - Einigung bei Vivantes und Verdi

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Vivantes und Verdi einigen sich im Tarifstreit für die Tochtergesellschaften
Vivantes und Verdi einigen sich im Tarifstreit für die Tochtergesellschaften © iStock.com/AVAVA

Vivantes und Verdi haben einen Tarifabschluss für die Tochtergesellschaften erzielt. Zentrale Punkte sind die schrittweise Angleichung an den TVöD bis 2031, eine Reduktion der Arbeitszeit auf 38,5 Stunden sowie neue Zulagen. Der Abschluss fällt in eine Phase hoher wirtschaftlicher Belastungen des kommunalen Klinikkonzerns mit dreistelligem Millionen-Defizit.

Vivantes und Verdi haben sich am gestrigen Dienstag auf einen Tarifabschluss für die Vivantes Tochtergesellschaften verständigt. Demnach werden die Tabellenentgelte bis zum Juli 2031 stufenweise auf das Niveau des Tarifvertrags für den Öffentlichen Dienst TVöD angehoben. Das teilt Verdi mit. 

Details der Tarifeinigung

Zusätzlich sei laut Verdi geplant, die Wochenarbeitszeit auf 38,5 Stunden zu kürzen und Zulagen für Schichtdienst und Wechselschicht einzuführen. Die Jahressonderzahlung soll auf dem bisherigen Niveau bleiben. 

Die Tarifverträge gelten für rund 2.200 Beschäftigte in Gastronomie, Logistik, Reinigung, Technik, Rehabilitation sowie den Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) und haben eine Laufzeit von 72 Monaten, mithin bis zum 31. Dezember 2031. 

Der Tarifabschluss steht noch bis 3. Juli unter dem Zustimmungsvorbehalt der jeweiligen Gremien.

Dorothea Schmidt: "Sehr weitgehendes Entgegenkommen"

„Mit dieser Einigung sind wir nicht nur an unsere finanzielle Schmerzgrenze, sondern deutlich darüber hinaus gegangen“, erklärt Dorothea Schmidt, Vivantes Geschäftsführerin Personalmanagement. Angesichts der wirtschaftlichen Lage des Gesamtkonzerns und der absehbar weiteren drastischen Kürzungen in der Klinikfinanzierung, bedeute dieser Abschluss ein „sehr weitgehendes Entgegenkommen“, wie sie sagt.

„Gleichzeitig verstehen wir diesen als wichtiges Signal an die Beschäftigten in den Dienstleistungsbereichen unserer Vivantes Tochterunternehmen, ohne deren Engagement Vivantes nicht funktionieren würde und das wir hiermit ausdrücklich honorieren möchten. Unser Wunsch ist es nun, auf Basis der Tarifeinigung unser aktuell laufendes und weiterhin notwendiges Neuausrichtungs- und Sanierungsprogramm gemeinsam und mit ganzer Kraft erfolgreich fortzuführen."

Vivantes-Defizit und GKV-Sparpaket verschärfen Lage

Vivantes behandelt aktuell mit insgesamt mehr als 20.000 Beschäftigten jährlich rund 750.000 Patient:innen, verzeichnet dabei immer noch ein hohes strukturelles Defizit von mehr als 120 Millionen Euro.

Der Aufsichtsrat des kommunalen Klinikkonzerns hatte vor diesem Hintergrund im Sommer 2024 mit den Stimmen der Arbeitnehmer ein Neuausrichtungs- und Sanierungskonzept beschlossen. Es sieht die stufenweise Verringerung des Defizits bis 2029 vor – ohne Einschnitte beim Entgelt oder betriebsbedingte Kündigungen. Durch das aktuell diskutierte Sparpaket der Bundesregierung drohen weitere Einnahmeverluste von rund 70 Millionen Euro jährlich.

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