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Vergütung Notfallversorgung

Krankenhauspräsident "entsetzt" über KV-Politik

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Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Thomas Reumann, hat gestern Abend in Beisein von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) seinen Ärger über die niedrigen Honorare der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) für in den Krankenhäusern behandelte Notfälle ausgedrückt. „Wir sind entsetzt, dass wir jegliche Schikane der KVen erdulden müssen", klagte Reumann in seiner Rede beim DKG-Frühjahrsempfang. Es sei "unerträglich", dass die KVen davon ausgingen, dass ein Patient innerhalb von zwei Minuten untersucht werden könne.

Anlass für den Ärger in den Kliniken ist unter anderem eine Vorgabe der KV Hessen, nach der ein Arzt in der Notaufnahme eines Krankenhauses künftig nur 4,74 Euto für die Entscheidung erhält, ob ein Patient von einem niedergelassenen Arzt behandelt werden kann oder tatsächlich die Kompetenz eines Krankenhauses benötigt. Laut der Arbeitsgemeinschaft zentraler Notaufnahmen in Hessen würden mit diesem Honorar zwei Minuten Arbeitszeit vergütet. "Wer die 2-Minuten-Medizin zum Goldstandard erhebt, zeigt, welchen Stellenwert der Patient bei ihm hat", kritisierte Reumann die KV und ergänzte: "Wir können nicht verstehen, dass das Ministerium diese Regel akzeptiert." Die DKG werde nun für eine eigenständige Vergütung der Notfallversorgung kämpfen und hoffe auf eine Lösung noch vor der Bundestagswahl im September.

Minister Gröhe ging in seiner anschließenden Rede darauf ein. "Die Notfallversorgung ist etwas, was wir uns anschauen müssen", erklärte er. Zugleich verteidigte er die Gesundheitspolitik der Bundesregierung in der zu Ende gehenden Legislaturperiode. Zu den anwesenden Vertretern der Krankenkassen, die im Zuge der Krankenhausreform vor einem Finanzierungsloch gewarnt hatten, sagte er: "Glückwunsch zur Milliardenreserve." Am Montag hatte Gröhes Ministerium aktuelle Daten zum Finanzpolster der Krankenkassen veröffentlicht (https://www.bibliomedmanager.de/web/guest/news/-/content/detail/23760025).

Mit Blick auf die Debatte über Sicherstellungs- und Zentrenzuschläge für Krankenhäuser drückte er sein Wohlwollen über die in der Selbstverwaltung gefundenen Regelungen aus. Künftig würden 70 statt bisher vier Krankenhäuser einen Sicherstellungszuschlag erhalten. "Das ist nicht nichts", so Gröhe und ergänzte: "Wir haben uns nicht vorgestellt, dass wir Deutschlands Krankenhäuser in zwei Gruppen unterteilen - die einen mit Sicherstellungszuschlag und die anderen mit Zentrenzuschlag."

Autor

Dr. Stephan Balling

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Foto: GettyImages/Faysal Ahamed

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