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Ärztetag zu Fernbehandlungen

Online-Sprechstunde „im Einzelfall“

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Ärzte sollen ihre Patienten künftig „im Einzelfall“ ausschließlich über Kommunikationsmedien behandeln dürfen, also ohne jeglichen persönlichen Kontakt. Der Deutsche Ärztetag änderte seine Musterberufsordnung nach langer Debatte am Donnerstag entsprechend. Die Liberalisierung des sogenannten Fernbehandlungsverbots müssen jetzt noch die Landesärztekammern in ihre Berufsordnungen übernehmen, damit die Reform in der Praxis zum Tragen kommt.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zuvor die Ärzte in seiner Rede zur Eröffnung ihres jährlichen Treffens mit Blick auf Firmen wie Google, Apple oder Amazon aufgefordert, die digitale Welt „aktiv zu gestalten, und nicht andere gestalten zu lassen“. Nach der Entscheidung schrieb er auf Twitter: „Eine gute Entscheidung! Patienten werden unnötige Wege und Wartezeiten erspart.“

Die Debatte auf dem Ärztetag drehte sich vor allem um Sorgen vor einer sogenannten „Callcenter-Medizin“. Eine Reihe von Delegierten befürchtet, dass nun kapitalstarke Unternehmen in den deutschen Markt drängen könnten, und so das persönliche Arzt-Patienten-Verhältnis in Gefahr gerät. Um diesen Befürchtungen entgegenzutreten, beinhaltete der mit großer Mehrheit angenommene Antrag des Vorstands um Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery nur eine teilweise Liberalisierung des Fernbehandlungsverbots. 

Autor

Dr. Stephan Balling

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