Bei einem Bündnisfall gehen die damit verbundenen Belastungen weit über die Anforderungen herkömmlicher Großschadenslagen hinaus, betonen die Psychotherapeutenkammer Berlin und die Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG). Mit ihrer Handlungsempfehlung „Psychische Resilienz von Klinikmitarbeitenden im Bündnisfall“ legen sie einen Rahmen für die psychosoziale Unterstützung von Beschäftigten vor. Die zentrale Botschaft der beiden Institutionen: Die psychische Gesundheit der Mitarbeitenden ist eine Frage der Versorgungssicherheit.
Resilienz entstehe nicht allein durch individuelle Belastbarkeit, sondern durch verlässliche Strukturen, gute Führung und abgestufte Unterstützungsangebote. Die Empfehlung definiert sechs Kernbausteine, darunter eine psychosoziale Lagefunktion im Krisenstab, eine Koordinationsstelle für Mitarbeitendenresilienz, Peer-Support-Netzwerke, Krisensprechstunden, Belastungsmonitoring und langfristige Nachsorge.
Darüber hinaus werden Führungskräftetrainings, regelmäßige Übungen mit Bündnisfall-Szenarien sowie eine Entstigmatisierung psychosozialer Hilfe empfohlen. Die Autoren betonen: Was vor einer Krise nicht aufgebaut wurde, lässt sich im Ernstfall kaum noch improvisieren.
Ziel ist es, die Handlungsfähigkeit der Kliniken auch in langanhaltenden Krisen- und Verteidigungslagen dauerhaft zu sichern. Das Konzept ist auf der Seite der Berliner Krankenhausgesellschaft herunterladbar.
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