Das Buch "Budgetverhandlung und Finanzierung von Psych-Einrichtungen" füllt eine Lücke und ist aktueller denn je. Die Regelungen zur Finanzierung der Krankenhäuser haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Sie umfassen zunehmend viele Besonderheiten, die zu einer hohen Komplexität beitragen. Obwohl es eine Vielzahl Fachbücher zum Klinikmanagement gibt, beschäftigen diese sich meist nur am Rande mit der Finanzierung von psychiatrischen Krankenhausbehandlungen. Stefan Günther, Ramon Krüger und Stefan Thewes bieten mit ihrem Buch „Budgetverhandlung und Finanzierung von Psych-Einrichtungen“ eine Arbeitshilfe zur Unterstützung bei diesem für Kliniken vielfach existenziellen Thema an. Die Herausgeber beschäftigen sich eingangs mit der Theorie und leiten die Bedeutung von Budgetverhandlungen und deren rechtliche Rahmenbedingungen her. Bereits im nächsten Kapitel geht es in die Praxis. Schritt für Schritt und mit vielen Beispielen wird aufgezeigt, wie eine Budgetforderung aufgebaut werden sollte. Zudem schildern erfahrene Autoren, worauf sich die Einrichtungen in den Verhandlungsgesprächen einstellen müssen. Dabei wird nicht nur die Rolle der Krankenhäuser beleuchtet, sondern auch die der Krankenkassen. Beide Seiten schildern neben den klassischen Finanzierungswegen auch alternative Modelle. Aufgrund des zunehmenden Konfliktpotenzials darf in dem Buch das Thema der Schiedsstelle nicht fehlen.

Neben den vielfältigen Facetten des Wegs von der Forderungserstellung über die Verhandlungsgespräche bis zur Umsetzung in den Formularen der AEB-Psych befassen sich Günther, Krüger und Thewes auch mit den jährlichen Nachweispflichten. Zusammen mit der Beschreibung des leistungsbezogenen Krankenhausvergleichs geben die Autoren den Lesern damit gute Handlungsempfehlungen für die Umsetzung in den eigenen Einrichtungen an die Hand. Der Praxisbezug steht in dem Buch klar im Vordergrund. Dennoch wird auch die Kritik an den komplexen Rahmenbedingungen stellenweise deutlich. Die Herausgeber achten jedoch darauf, Themen nicht einseitig darzustellen und bleiben trotz Kritik nicht passiv, sondern runden das Buch durch eine Analyse der Situation und mit Elementen für eine zukunftsfähige Finanzierung ab. Den Herausgebern ist es dabei geglückt, viele Experten für Beiträge zu themenspezifischen Aspekten zu gewinnen. Redundanzen bleiben dabei nicht aus. Der durch die einzelnen Beiträge eröffnete Zugang schafft jedoch den Vorteil, sich konzentriert mit Teilaspekten der Finanzierung befassen zu können.
Bei dem Sammelband handelt es sich um ein Werk, dessen Lektüre denjenigen, die sich mit der im Krankenhaus und in der budgetrechtlichen Praxis höchst aktuellen Thematik befassen wollen, uneingeschränkt zu empfehlen ist. Es liefert einen gut verständlichen und trotzdem umfassenden Zugang zu den Grundsätzen der Finanzierung von psychiatrischen Einrichtungen. Aufgrund der Struktur eignet sich das Buch sowohl für Entgeltverhandler, die sich im Vorfeld der anstehenden Verhandlungen bei speziellen Themen auf den neuesten Stand bringen wollen, als auch für Führungskräfte, die einzelne Aspekte zu den anstehenden Entgeltverhandlungen konkret betrachten wollen. Alles in allem gibt das Praxishandbuch damit einen tiefen Einblick in die Finanzierung von Psych-Einrichtungen.

