Rheinland-Pfalz will Klimaanpassungs- und Hitzeschutzmaßnahmen in Krankenhäusern künftig ohne Eigenanteil der Einrichtungen finanzieren.
Voraussetzung für die Förderung sind energetische Untersuchungen der Krankenhausstandorte, teilt das Gesundheitsministerium Rheinland-Pflaz mit. Für diese Analysen stellt das Land 7,5 Millionen Euro bereit. Pro Standort können Krankenhäuser bis zu 75.000 Euro erhalten. Die Untersuchungen sollen unter anderem den baulichen Zustand, die Wärmeversorgung, die Gebäudetechnik, den Energieverbrauch sowie Möglichkeiten für erneuerbare Energien und Hitzeschutzmaßnahmen erfassen.
„Hitzeschutz ist eine zentrale gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Gerade Krankenhäuser müssen auch bei zunehmenden Hitzeperioden einen sicheren und funktionierenden Betrieb gewährleisten und gleichzeitig Patientinnen und Patienten sowie Beschäftigte schützen“, sagte Gesundheitsminister Clemens Hoch. Künftig fördere das Land „kombinierte Hitzeschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen“ zu 100 Prozent.
Analysen sollen Investitionen steuern
Nach Angaben des Ministers sollen die Untersuchungen die Grundlage für standortspezifische Investitionen bilden. „Wir wollen bei der Klimaanpassung ausdrücklich nicht nach dem Prinzip der Gießkanne vorgehen“, sagte Hoch. Krankenhäuser unterschieden sich in ihren baulichen Voraussetzungen, ihrem energetischen Zustand und ihren technischen Anforderungen. Daher müsse zunächst geklärt werden, welche Maßnahmen an welchem Standort sinnvoll seien.
Ziel sei es, Fördermittel gezielt für wirksame Maßnahmen zum Hitzeschutz und zur Energieeffizienz einzusetzen. Hoch betonte zudem, dass der Einbau von Kühlanlagen allein nicht ausreiche. „Wir wollen nachhaltige Lösungen, die zum jeweiligen Standort passen und auch wirtschaftlich sinnvoll sind.“
Bereits bestehende Förderprogramme
Das Land berücksichtigt nach eigenen Angaben den Hitzeschutz bereits bei Krankenhausinvestitionen. Seit 2024 stehen jährlich drei Millionen Euro für energetische Einzelmaßnahmen zur Verfügung. Gefördert werden etwa Verschattungssysteme, Begrünungsmaßnahmen sowie Lüftungs- und Kühlsysteme. Auch bei Neu-, Um- und Erweiterungsbauten fließen Hitzeschutzaspekte in die Planung ein. Als Beispiele nannte das Ministerium Projekte am Klinikum Idar-Oberstein, am Krankenhaus Kirchheimbolanden und am Krankenhaus Zum Guten Hirten in Ludwigshafen.
Hitzeaktionsplan als Grundlage
Die neuen Fördermaßnahmen knüpfen an den landesweiten Hitzeaktionsplan an, den Rheinland-Pfalz im Juni 2023 vorgestellt hatte. Der Plan verbindet Warn- und Informationsmaßnahmen mit langfristigen Anpassungsstrategien und soll insbesondere Kommunen Orientierung für den Umgang mit zunehmenden Hitzeereignissen geben.
cs
