Ambulantisierung

Kliniken bevorzugen Pauschalen

  • News des Tages
Kliniken bevorzugen Pauschalen
© ©Werner Krueper Fotografie und Film

Vertragsärzte und Krankenhäuser wünschen sich eine Erweiterung des Umfangs ambulant erbringbarer Leistungen. Beide Seiten würden grundsätzlich gerne mehr ambulant operieren, sehen als Haupthemmnis aber vor allem eine unzureichende Vergütung und den Fachkräftemangel. Dies zeigte eine wissenschaftliche Ausarbeitung der Technischen Universität Berlin unter Leitung von Prof. Dr. Reinhard Busse.

Weniger einig sind sich beide Versorgungsbereiche hingegen bei der Frage, wie ein sektorengleiches Vergütungskonzept bezogen auf die Personalkosten ausgestaltet sein soll. Während 36 Prozent der Kliniken eine pauschalierte Vergütung bevorzugen würden, votieren nur 11 Prozent der Vertragsärzte für diese Option. 42 Prozent der Vertragsärzte würden sich demgegenüber für eine einzelleistungsorientierte Vergütungssystematik aussprechen, während dies nur bei 18 Prozent der Krankenhäuser auf Zustimmung trifft. 

Das sind die Ergebnisse einer Befragung unter operativ tätigen Vertragsärzen und Krankenhäusern, die das Deutsches Krankenhausinstitut (DKI) und das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) im Rahmen des Innovationsfondsprojekts „Einheitliche, sektorengleiche Vergütung (ESV)“ aktuell ausgewertet hat. Das Projekt wird seit 2019 durch den Innovationsfonds des G-BA gefördert und endet voraussichtlich Ende 2022. Das Forschungskonsortium wird durch das Hamburg Center for Health Economics der Universität Hamburg (HCHE, Prof. Dr. Jonas Schreyögg, Konsortialführung) geleitet. Beteiligte Partner sind das Zi, das DKI, die Technischen Universität Berlin (Prof. Dr. Reinhard Busse) und der BKK Dachverband e.V..

In einem nächsten Schritt wird nun die Positionierung der gesetzlichen Krankenkassen mittels einer weiteren Befragung erfasst. Insgesamt geht das ESV-Projekt der Frage nach, wie zukünftig ein einheitliches, sektorengleiches Vergütungssystem für Leistungen in Deutschland ausgestaltet sein kann, die sowohl ambulant wie stationär erbracht werden können. Ziel des Projekts ist es, einen konkreten Vorschlag für ein solches Vergütungssystem vorzulegen. Die Anforderungen an das Vergütungsmodell, die aus der Befragung der Vertragsärzt:innen, Krankenhäuser und gesetzlichen Krankenkassen resultieren, sollen bei der Ausarbeitung des Vorschlages für ein einheitliches, sektorengleiches Vergütungssystem berücksichtigt werden.

 

Podcast zum Thema

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Mit unserem täglichen Newsletter informieren wir bereits rund 10.000 Empfänger über alle wichtigen Meldungen aus den Krankenhäusern und der Gesundheitsbranche

Kontakt zum Kundenservice

Rufen Sie an: 0 56 61 / 73 44-0
Mo - Fr 08:00 bis 17:00 Uhr

Senden Sie uns eine E-Mail:
info@bibliomedmanager.de

Häufige Fragen und Antworten finden Sie im Hilfe-Bereich