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Klinikübernahmen senken Sterblichkeit nach Herzinfarkt

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Klinikübernahmen senken Sterblichkeit nach Herzinfarkt
Klinikübernahmen können die Versorgung von Herzinfarktpatienten verbessern. Eine Studie belegt sinkende 30-Tage-Sterblichkeitsraten nach Übernahmen deutscher Krankenhäuser. © iStock.com/ivstiv

Krankenhausübernahmen können die Überlebenschancen von Patienten mit akutem Herzinfarkt verbessern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Hamburg und der Technischen Universität Berlin.

Die Autoren sind Esra Eren Bayindir und Jonas Schreyögg (Hamburg Center for Health Economics, HCHE) sowie Reinhard Busse von der Technischen Universität Berlin. Demnach sank die 30-Tage-Sterblichkeit nach einem Herzinfarkt in übernommenen deutschen Krankenhäusern um 1,24 Prozentpunkte – was bei einer Ausgangssterblichkeit von 12,82 Prozent einer relativen Reduktion von rund einem Zehntel entspricht.

Die Untersuchung analysierte Krankenhausübernahmen in Deutschland und deren Auswirkungen auf die Versorgungsqualität. Die Autoren verweisen darauf, dass sich die Ergebnisse von Erfahrungen in den USA unterscheiden. Dort gingen Krankenhausfusionen häufig mit steigenden Preisen einher, ohne dass sich die Qualität der Versorgung nachweislich verbessert habe.

Investitionen als möglicher Grund für Qualitätsgewinne

Als mögliche Ursache für die besseren Ergebnisse nennen die Wissenschaftler zusätzliche Investitionen nach einer Übernahme. Da die Vergütung stationärer Leistungen in Deutschland weitgehend reguliert ist, könnten neue Träger finanzielle Vorteile nicht über höhere Preise erzielen.

Stattdessen erhielten wirtschaftlich schwächere Krankenhäuser häufig Zugang zu Kapital für Infrastrukturmaßnahmen. Dazu zählten etwa neue Herzkatheterlabore, die für die Behandlung von Herzinfarktpatienten eine zentrale Rolle spielen. „Herzinfarktversorgung hängt stark von einzelner, gut standardisierter Infrastruktur ab – ein Herzkatheterlabor wirkt vergleichsweise schnell“, sagt Schreyögg.

Keine vergleichbaren Effekte bei Schlaganfällen

Für die Versorgung von Schlaganfallpatienten fanden die Forscher dagegen keine messbaren Verbesserungen der Überlebenschancen. Schreyögg sieht dafür strukturelle Gründe: „Schlaganfallversorgung braucht eingespielte, interdisziplinäre Teams und Prozesse, die sich nicht von heute auf morgen aufbauen lassen.“

Die Autoren betonen deshalb, ihre Ergebnisse seien „kein pauschales Plädoyer für mehr Klinikfusionen“. Vielmehr zeige die Untersuchung, dass Übernahmen unter bestimmten Rahmenbedingungen Investitionen ermöglichen könnten, die die Qualität kapitalintensiver Notfallversorgung steigern.

Die Studie basiert auf strukturierten Qualitätsberichten und Krankenhausverzeichnissen sowie Mortalitäts- und Wiederaufnahmedaten des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Die Deutsche Forschungsgemeinschaft förderte die Untersuchung.

cs

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