Jahresergebnis

Nach Millionenüberschuss: UKE rechnet mit Defizit wegen Corona

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Nach Millionenüberschuss: UKE rechnet mit Defizit wegen Corona
© Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

Mit einem Überschuss von 3,6 Millionen Euro im vergangenen Jahr hat das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) das Vorjahresergebnis um 1,5 Millionen Euro gesteigert. Wie das Uniklinikum mitteilt, sei 2019 das wirtschaftlich erfolgreichste Jahr seit 2014 gewesen.

Doch damit dürfte schon bald Schluss sein: Wegen der Corona-Pandemie erwartet das UKE massive Auswirkungen auf das finanzielle Ergebnis. In der Corona-Pandemie hätten große Universitätskliniken wie das UKE bei der Versorgung von Infizierten, der Erforschung des Virus und der Beratung der Politik die führende Rolle eingenommen, heißt es weiter. Das UKE sehe sich nun mit der paradoxen Situation konfrontiert, dass die erbrachten Höchstleistungen in Behandlung und Forschung sowie im Krisenmanagement aufgrund nicht ausreichender Ausgleichsmechanismen keinen positiven finanziellen Effekt nach sich ziehen. "Im Gegenteil: Auf Basis der derzeit gültigen, nicht ausreichenden Ausgleiche droht dem UKE für 2020 ein Fehlbetrag in zweistelliger Millionenhöhe." Aufgrund der erreichten wirtschaftlichen Stabilität in 2019 falle diese Prognose im Vergleich mit anderen Uniklinika und Maximalversorgern sogar noch moderat aus.

Marya Verdel, Kaufmännische Direktorin des UKE, hebt hervor, dass die wirtschaftliche Lage der deutschen Uniklinika bereits vor der Corona-Pandemie sehr angespannt und von einer kontinuierlichen Verschlechterung geprägt sei. Laut einer Erhebung des Verbands der Universitätsklinika Deutschlands (VUD) prognostizierten nur noch sieben Prozent der Universitätskliniken in Deutschland ein positives Ergebnis, der Jahresüberschuss des UKE stelle somit eine besondere Leistung dar. „Diese wirtschaftliche Stabilität zu sichern und ein ausgeglichenes Ergebnis auch in den folgenden Jahren zu erreichen, war daher auch bereits vor der Corona-Pandemie eine außerordentliche Herausforderung“, so Verdel.

Erneut seien die Fördergelder deutlich gestiegen, die die Wissenschaftler des UKE unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und der EU für ihre vielfältigen Forschungsprojekte eingeworben haben: Die Summe der sogenannten Drittmittel stieg innerhalb eines Jahres von 98,2 Millionen auf 110,8 Millionen Euro (plus 12,8 Prozent) und damit auf einen neuen Höchstwert.

Zugenommen habe erneut auch die Zahl der im UKE versorgten Patienten: 2019 wurden insgesamt 511.440 Patienten (2018: 506.697) behandelt, 106.433 davon stationär, 405.007 ambulant. Die Auslastung verbesserte sich auf 85,2 Prozent (2018: 84,7 Prozent). Auch die Zahl der Mitarbeiter sei im vergangenen Jahr erneut angestiegen: 2019 waren 13.560 Menschen im UKE beschäftigt, 2018 waren es noch 11.348. Im vergangenen Jahr wurden erstmals auch alle Auszubildenden sowie aushilfsweise im UKE Beschäftigten in die Statistik aufgenommen.

Autor

 Christina Schröder

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