Die Universitätsmedizin Rostock (UMR) hat einen Oberarzt nach mutmaßlich rassistischen und gewaltverherrlichenden Äußerungen in sozialen Netzwerken freigestellt. Die Klinik bestätigte den Verdacht und erstattete Strafanzeige.
Auslöser des Falls waren Veröffentlichungen eines Instagram-Accounts, der nach eigenen Angaben rechte Hetze im Netz dokumentiert. Wie das Nachrichtenportal ntv berichtet, sollen dem Mediziner mehrere Beiträge zuzuordnen sein, in denen Geflüchtete rassistisch diffamiert und Gewaltfantasien geäußert wurden. In den veröffentlichten Screenshots finden sich demnach Formulierungen wie „remigrieren oder kremieren“ sowie weitere Aussagen, die Gewalt gegen Menschen nahelegen.
Freistellung nach Konfrontation mit den Vorwürfen
Nach eigenen Angaben reagierte die UMR umgehend. In einer offiziellen Stellungnahme teilte die Einrichtung mit, der Vorstand habe den betreffenden Mitarbeiter „unverzüglich mit den getätigten Aussagen konfrontiert“ und den Verdacht bestätigt. Der Oberarzt sei daraufhin freigestellt worden. Aktuell würden weitere arbeitsrechtliche Schritte vorbereitet; außerdem habe die Klinik Strafanzeige erstattet.
Unimedizin verweist auf ihre Werte
Die UMR betonte zugleich, dass menschenverachtende und gewaltbilligende Äußerungen mit den Grundsätzen des Hauses unvereinbar seien. Solche Aussagen widersprächen den Werten von Menschlichkeit, Respekt, Verantwortung und dem Schutz des Lebens. Jeder Patient habe Anspruch auf die gleiche Qualität der Behandlung, unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht, sexueller Identität oder Weltanschauung, erklärte die Unimedizin.
Bereits zuvor hatte die Uniklinik auf ihren Social-Media-Kanälen mit deutlichen Worten auf die Vorwürfe reagiert. Dort hieß es, man nehme die kursierenden rassistischen und menschenverachtenden Äußerungen „mit großem Entsetzen“ zur Kenntnis und werde die notwendigen Konsequenzen ziehen.
Die Vorwürfe stützen sich auf Screenshots aus sozialen Netzwerken, deren Echtheit nach Angaben von ntv derzeit nicht unabhängig überprüft werden kann, da das betreffende Instagram-Konto inzwischen deaktiviert wurde. Die Universitätsmedizin erklärt jedoch, der betroffene Mitarbeiter habe die ihm zugeordneten Aussagen eingeräumt.
cs
