Der Aufsichtsrat der Charité hat die Finanzierung für das neue Krankenhausinformationssystem (KIS) genehmigt. Mit dem Beschluss kann Deutschlands größte Universitätsmedizin die Einführung der Software des US-Anbieters Epic Systems starten.
Das teilte die Charité am Freitag mit. Das Investitionsvolumen beträgt rund 200 Millionen Euro.
Die Universitätsklinik hatte die Software neu ausgeschrieben, weil die bisherigen Systeme auslaufen. Nach einem mehrstufigen Vergabeverfahren erhielt Epic den Zuschlag. Nach Angaben der Charité basiert die Auswahl auf einem Punktesystem mit mehr als 600 Muss- und 1.000 Kann-Kriterien sowie der Bewertung von Anwendungsfällen, Implementierungskonzepten und dem Preis. Bis Ende 2029 soll das System flächendeckend eingeführt werden.
Finanzierung über Kredite
Für die Finanzierung schuf das Land Berlin die rechtlichen Voraussetzungen, damit die Charité selbst Kredite aufnehmen kann. Der Aufsichtsrat billigte nun die Finanzierung über ein Bankenkonsortium.
Das Projekt umfasst nach Angaben der Charité nicht nur Softwarelizenzen, sondern auch Implementierung, Hardware, Schulungen und Wartung. Im Interview mit f&w hatte Charité-CMIO Felix Balzer erklärt, das Budget von rund 200 Millionen Euro entspreche etwa einem Prozent des Jahresumsatzes der Universitätsmedizin.
Einführung an allen Standorten gleichzeitig
Die Charité plant die Einführung des Systems Epic in mehreren Projektphasen. Nach einer Vorbereitungsphase sollen technische Integration, Datenmigration sowie die Schulung von Mitarbeitenden folgen. Für Ende 2029 sieht die Planung einen standortübergreifenden „Big Bang“-Go-live vor. Epic soll dann gleichzeitig an allen Campi in Betrieb gehen.
Nach Angaben der Charité soll das neue KIS Patientendaten, klinische Prozesse und Verwaltungsabläufe auf einer gemeinsamen Plattform zusammenführen. Zudem erwartet die Universitätsmedizin Vorteile für die Nutzung strukturierter Daten in Forschung und Versorgung.
cs
