Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG)

DigitalRadar soll digitalen Reifegrad von Krankenhäusern bewerten

  • Innovation
DigitalRadar soll digitalen Reifegrad von Krankenhäusern bewerten
© GettyImages/svetikd

Bereits im Mai drang an die Öffentlichkeit, dass das Konsortium aus Forschung und Praxis "DigitalRadar" den Digitalisierungsgrad der Krankenhäuser messen soll. Nun gibt das Konsortium Infos zum Ablauf bekannt. 

Mit dem Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) investieren Bund und Länder bis zu 4,3 Milliarden Euro in die digitale Infrastruktur der Krankenhäuser. Begleitend sieht das Gesetz eine "Analyse und Bewertung des grundsätzlichen Standes der Digitalisierung in deutschen Krankenhäusern und der Effekte des Zukunftsfonds auf den Digitalisierungsgrad, die Versorgungen von Patientinnen und Patienten und die regionalen Versorgungsstrukturen" vor.

Das Bundesministerium für Gesundheit hat im Rahmen einer Ausschreibung das Konsortium "DigitalRadar" beauftragt diese Evaluation durchzuführen. Wie berichtet, sind die Projektpartner HIMSS Europe, inav - Institut für angewandte Versorgungsforschung, Lohfert & Lohfert, RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und Universität St. Gallen.

Das Projekt erstrecke sich über den Zeitraum Juni 2021 bis April 2024 und sehe die Entwicklung und Implementierung eines deutschen Reifegradmodells für die Digitalisierung für Krankenhäuser vor, heißt es in der Mitteilung. Dieses beruhe sowohl auf nationalen wie auch internationalen Erfahrungen und ermögliche eine internationale Vergleichbarkeit. Gleichzeitig würden die nationalen Anforderungen der deutschen Krankenhauslandschaft berücksichtigt.

Projekt ist in drei Teile gegliedert

1. Im ersten Schritt entwickelt das Konsortium ein Reifegradmodell, das als Mess- und Bewertungsinstrument die standardisierten und wissenschaftlichen Beurteilung des Digitalisierungsgrads von Krankenhäusern ermöglichen soll. Dieses basiere auf national und international etablierten Reifegradmodellen und werde auf das deutsche Krankenhaussystem zugeschnitten. So fließen beispielsweise in das Modell auch die Fördertatbestände des Krankenhauszukunftsfonds mit ein.

2. Mithilfe des DigitalRadars werden im zweiten Schritt die Reifegrade der Krankenhäuser erhoben und ausgewertet. Dafür sei eine strukturierte Selbsteinschätzung der Krankenhäuser in den Jahren 2021 und 2023 vorgesehen.

3. Abschließend soll die Gesamtanalyse des longitudinalen Verlaufes und der Trends sowie eine wissenschaftliche Evaluierung der Effekte des KHZG-Investitionsprogramms erfolgen.

Gestaltungsempfehlungen für digitale Zukunft

In Deutschland gibt es rund 2000 Krankenhäuser. Das DigitalRadar-Konsortium will die teilnehmenden Krankenhäuser mit Informationen zum Stand ihres Digitalisierungsgrads versorgen und sie dadurch auf ihrem Weg zur Digitalisierung unterstützen. Dazu fließen laut Mitteilung auch die Erfahrungen aus über 65.000 Reifegradevaluierungen weltweit ein.

"DigitalRadar nimmt Bezug zu den Förderbeständen des Krankenhauszukunftsfonds und zu den Besonderheiten der deutschen Krankenhauslandschaft und lässt diese mit den Ansätzen von akzeptierten und bereits etablierten Reifegradmodellen verschmelzen. Dadurch erhalten die Krankenhäuser neben einer nationalen Bewertung auch einen Indikator zu Ihrer Position im international etablierten sowie wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen. "Damit schaffen wir eine Basis für die weitere internationale Anschlussfähigkeit und Vernetzung des deutschen Gesundheitswesens", sagt. Prof. Dr. med Sylvia Thun, Projektleiterin bei DigitalRadar.

"Der Erfolg von Maßnahmen zur Digitalisierung im Gesundheitswesen lässt sich nur anhand eines standardisierten Bewertungssystems valide erfassen. So ist es möglich Innovationen in Verhältnis zu den eingesetzten Mitteln zu bewerten. Der DigitalRadar wird uns durch zwei Messpunkte Einblicke in die Umsetzung, Geschwindigkeit und Effekte der unterschiedlichen Digitalisierungsinitiativen deutscher Krankenhäuser geben. Damit geben wir sowohl den Krankenhäusern als auch den anderen Akteuren des Gesundheitssystems ein umfassendes Werkzeug zur Hand, um die digitale Zukunft aktiv zu gestalten", sagt Prof. Alexander Geissler, stellvertretender Projektleiter bei DigitalRadar.

Autor

 Christina Spies

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