GKV-Spitzenverband

Gesundheitsdaten helfen bei Prävention

  • Innovation
Stefanie Stoff-Ahnis, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes.
„Die Zahlen zeigen, dass datengestützte Prävention wirkt. Die Ansprache der Versicherten auf Grundlage ihrer individuellen Daten erreicht die Versicherten frühzeitig und trägt konkret zu einer besseren Versorgung bei“, sagt Stefanie Stoff-Ahnis, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes. © Regina Sablotny

110.000 Versicherte nutzten nach Datenauswertungen Präventionsangebote. Krankenkassen sehen Erfolge bei Früherkennung und Impfungen.

Rund 1,5 Millionen Versicherte haben gesetzliche Kranken- und Pflegekassen bislang gezielt auf individuelle Gesundheitsrisiken hingewiesen. Etwa 110.000 Menschen nahmen nach einer solchen Ansprache konkrete Präventions- oder Versorgungsangebote in Anspruch. Das geht aus einer Mitteilung des GKV-Spitzenverbandes hervor.

Grundlage der Maßnahmen ist das Gesundheitsdatennutzungsgesetz, das seit 2024 den Kassen erlaubt, vorhandene Versichertendaten auszuwerten. Ziel ist es, Risiken wie ausstehende Impfungen, versäumte Vorsorgeuntersuchungen oder einen bislang nicht erkannten Pflegebedarf frühzeitig zu erkennen und Betroffene direkt anzusprechen. Die Teilnahme an den Angeboten erfolgt freiwillig. Versicherte können der Datennutzung widersprechen.

Nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes widersprachen bislang rund 17.600 Personen der Nutzung ihrer Daten. Das entspreche weniger als 0,4 Promille der Versicherten jener Kassen, die entsprechende Projekte umsetzen.

„Die Zahlen zeigen, dass datengestützte Prävention wirkt. Die Ansprache der Versicherten auf Grundlage ihrer individuellen Daten erreicht die Versicherten frühzeitig und trägt konkret zu einer besseren Versorgung bei“, sagte Stefanie Stoff-Ahnis, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes.

Schwerpunkt liegt auf Impfungen und Früherkennung

Bislang haben 15 Kranken- und Pflegekassen insgesamt 27 Datenauswertungsmaßnahmen umgesetzt. Der Schwerpunkt liegt auf Prävention und Früherkennung.

Den größten Anteil nehmen Impfkampagnen ein. Rund 1,3 Millionen Versicherte erhielten Hinweise auf empfohlene Impfungen. Für Programme mit bislang auswertbaren Daten zu 1,1 Millionen Versichertenkontakten ergab sich nach Angaben des Verbandes eine Inanspruchnahmequote von etwa zehn Prozent. Die Hinweise betrafen unter anderem HPV-, Pneumokokken- und Herpes-Zoster-Impfungen sowie Impfempfehlungen für Menschen mit chronischen Erkrankungen.

Auch bei der Krebsfrüherkennung zeigen sich laut GKV-Spitzenverband messbare Effekte. Rund 90.000 Versicherte mit Risikofaktoren erhielten Hinweise auf Vorsorgeangebote. In einem Projekt zur Nachsorge nach Koloskopien nahmen 27 Prozent der angesprochenen Versicherten eine Darmkrebsberatung wahr. Sieben Prozent ließen eine Vorsorgekoloskopie durchführen.

Pflegebedarf soll früher erkannt werden

Die Datenauswertungen sollen zudem Menschen mit bislang nicht erkanntem Pflegebedarf identifizieren. Eine Krankenkasse kontaktierte nach eigenen Angaben rund 8.250 Versicherte mit einem entsprechenden Risikoprofil. Nach einer Beratung wurde bei 28 Prozent dieser Personen eine Pflegebedürftigkeit festgestellt.

GKV-Spitzenverband fordert weitere Anpassungen

Der GKV-Spitzenverband spricht sich für einen Ausbau der rechtlichen Grundlagen aus. Nach den Plänen im Gesetzentwurf für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen sollen Versicherte ihrer Krankenkasse künftig auf Wunsch auch Daten aus der elektronischen Patientenakte für Risikoanalysen zur Verfügung stellen können.

cs

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