Das insolvente Heilig-Geist-Hospital Bingen soll ab September als Regioklinik weitergeführt werden.
Die Stadt Bingen, der Landkreis Mainz-Bingen und die Insolvenzverwaltung des Heilig-Geist-Hospitals haben sich auf ein Konzept zur Fortführung des Krankenhauses als Regioklinik verständigt. Das teilte die Stadt Bingen am Donnerstag mit.
Stationäre Konzentration auf Innere Medizin und Geriatrie
Die Beteiligten wollen den Standort trotz des laufenden Insolvenzverfahrens erhalten. Nach den Planungen soll das Krankenhaus ab dem 1. September als Regioklinik weitergeführt werden. Die stationäre Versorgung soll sich künftig auf die Bereiche Innere Medizin und Geriatrie konzentrieren. Zudem bleiben die ambulanten Leistungen des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) bestehen.
Schwerpunkt auf Grundversorgung
Das Konzept sieht eine Verkleinerung des stationären Angebots vor. Die künftige Regioklinik soll über rund 50 Betten verfügen. Nach Angaben der Beteiligten orientiert sich die Planung an der Nachfrage und den erwarteten Versorgungsbedarfen der Region. Das Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Gesundheit Rheinland-Pfalz habe Unterstützung für die Neuausrichtung signalisiert.
Hintergrund: Wirtschaftliche Schwierigkeiten und Krankenhausreform
Hintergrund der Neustrukturierung sind die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Krankenhauses sowie die Veränderungen im Zuge der Krankenhausreform. Nach Einschätzung der Beteiligten lässt sich die medizinische Versorgung am Standort nur durch das Regioklinik-Modell langfristig mit einer wirtschaftlich tragfähigen Struktur verbinden.
Übergangsfinanzierung geplant
Für die Umsetzungsphase soll es finanzielle Unterstützung der bisherigen Gesellschafter geben. Die Beteiligten gehen davon aus, dass solche Hilfen auch künftig erforderlich sein werden. Zusätzlich prüfen sie Möglichkeiten für eine Förderung durch das Land Rheinland-Pfalz.
Krankenhaus seit Mai in Insolvenz
Das Heilig-Geist-Hospital verfügt derzeit über 88 Betten. Im Mai 2026 eröffneten das Krankenhaus sowie die zugehörigen Tochtergesellschaften das Regelinsolvenzverfahren. Als Gründe nannte das Unternehmen die angespannte Finanzlage, den Anpassungsdruck durch die Krankenhausreform, steigende Kosten und Investitionen in die IT-Infrastruktur. Rund 350 Mitarbeiter arbeiten in Krankenhaus, MVZ und Servicegesellschaft.
cs
