Geschäftsbericht 2026

Klinikum am Weissenhof investiert 120 Millionen Euro in Maßregelvollzug

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Klinikum am Weissenhof veröffentlicht Geschäftsbericht 2026
Anett Rose-Losert, Geschäftsführerin des Klinikums am Weissenhof © Zentrum für Psychiatrie Weinsberg

Das Klinikum am Weissenhof, Zentrum für Psychiatrie Weinsberg (ZfP), hat seinen Geschäftsbericht 2026 veröffentlicht. Zu den wichtigsten Themen zählen der neue Maßregelvollzug, ambulante Versorgungsangebote, aktuelle Digitalisierungsprojekte sowie die Personalgewinnung.

Die größte Einzelmaßnahme des Berichts ist der neue Maßregelvollzug in Schwäbisch Hall. Nach rund zweieinhalb Jahren Bauzeit hat die Einrichtung im April ihren Betrieb aufgenommen. 

Das Gebäude umfasst 17.000 Quadratmeter Fläche und bietet 100 Planbetten für suchtkranke Straftäter nach § 64 StGB. Das Investitionsvolumen liegt bei 120 Millionen Euro. Mit der Einrichtung entstanden zudem rund 150 Arbeitsplätze in Therapie, Verwaltung und Sicherung.

Der neue Maßregelvollzug in Schwäbisch Hall soll nicht nur zusätzliche Behandlungskapazitäten schaffen. Nach Angaben des Klinikums übernimmt die Einrichtung auch eine Clearing-Funktion zur effizienten Patientensteuerung innerhalb des baden-württembergischen Maßregelvollzugs. 

„Wir freuen uns, mit diesem Bauprojekt einen wichtigen Beitrag zur Erweiterung der Kapazitäten wie auch zur effizienten Patientensteuerung im landesweiten Maßregelvollzug leisten zu können", sagt Anett Rose-Losert, Geschäftsführerin des Klinikums am Weissenhof. 

Klinikum setzt auf Ambulantisierung psychiatrischer Leistungen

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau wohnortnaher Versorgungsangebote. Das Klinikum erweitert nach eigenen Angaben die Leistungen der Psychiatrischen Institutsambulanzen (PIA) sowie der Stationsäquivalenten Behandlung (StäB).

Als Beispiel nennt der Bericht die neue Psychiatrische Institutsambulanz in Heilbronn. Gemeinsam mit dem Weinsberger Hilfsverein entstand dort ein Gemeindepsychiatrisches Zentrum. Parallel baut das Klinikum die StäB-Angebote in der Gerontopsychiatrie sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie aus.

Ziel ist eine stärkere Behandlung im Lebensumfeld der Patienten und eine Verringerung stationärer Aufenthalte.

Digitalisierung prägt Versorgung und Verwaltung

Der Geschäftsbericht zeigt zudem zahlreiche Digitalisierungsprojekte. Das Klinikum arbeitet an einer digitalen Pflege- und Behandlungsdokumentation, elektronischen Behandlungsverträgen sowie sprachbasierter Dokumentation.

Im Personalwesen soll künftig der gesamte Workflow digital abgebildet werden – vom Recruiting über Vertragsprozesse bis zu Fortbildungsanträgen.

Darüber hinaus beteiligt sich das Klinikum am Patientenportal Curamenta. Pilotstationen sollen bis zum Herbst mit digitalen Behandlungsangeboten starten. Bereits eingeführt wurde mit „HeyCuramenta“ ein digitales Informationsangebot für Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen.

Neue Arbeitszeitmodelle für 1.850 Mitarbeiter

Im Personalbereich hebt der Bericht die Einführung des Lebensarbeitszeitmodells „ZEITplus“ hervor. Das Angebot richtet sich an die mehr als 1.850 Mitarbeiter des Klinikums und soll eine flexiblere Anpassung der Arbeitszeit an unterschiedliche Lebensphasen ermöglichen.

Für die Personalgewinnung setzt das Klinikum unter anderem auf das Online-Format „Psychiatrie Connect“ sowie internationale Rekrutierungsaktivitäten. Ergänzend entstand eine neue Lernwerkstatt für simulationsbasiertes Lernen.

Nachhaltigkeit als Bestandteil der Unternehmensstrategie

Das Klinikum verankert zudem Nachhaltigkeitsziele stärker in der Unternehmensführung. Zu den aktuellen Projekten gehören die Verkehrsberuhigung auf dem Klinikgelände, eine optimierte Mülltrennung, der Ausbau digitaler Prozesse sowie energieeffiziente Bau- und Sanierungsmaßnahmen.

Mit dem Beitritt zur Initiative Klimawin BW (Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg) verpflichtet sich das Haus zu einem Nachhaltigkeitsmanagement in ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht.

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