Eine älter werdende Bevölkerung und drohende Lücken in der hausärztlichen Versorgung könnten zu einer drastischen Mehrbelastung der Notaufnahmen und des Rettungsdienstes führen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Krankenkasse Barmer. Ambulante Notfallbehandlungen in Kliniken nehmen demnach in Brandenburg um bis zu 20,2 Prozent zu. In Berlin droht den Notaufnahmen sogar ein Fallzuwachs von fast 30 Prozent, berichtet die MAZ.
Die Prognose zeigt für die regionale Entwicklung eine enorme Spannbreite: Während die Fallzahlen im Bereich Lauchhammer/Schwarzheide in Südbrandenburg um fast 18 Prozent zurückgehen, steigen sie in Eberswalde (Barnim) um mehr als 40 Prozent an.
In Potsdam und Oranienburg (Oberhavel) wird eine Zunahme um jeweils rund ein Drittel erwartet. Die Prognose beruht unter anderem auf der demografischen Entwicklung sowie der Entwicklung der hausärztlichen Versorgung.
Brandenburgs Gesundheitsminister René Wilke (SPD) sieht bei der geplanten Reform Schwächen. Es würden hohe Hürden durch das Recht der Kassen aufgebaut, zu entscheiden, ob alle Wirtschaftlichkeitsreserven genutzt wurden, sagte Wilke gegenüber dpa. "Hier wird der Spielraum von Kommunen und Ländern zu stark eingeschränkt, Rahmenbedingungen und Bedarfsplanungen festzulegen."
Wilke kündigte Änderungsanträge für den Bundesrat an. Dort soll die Reform voraussichtlich am 20. November behandelt werden.
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