Pforzheim

Fixierter Patient verbrennt – Ärzte und Pfleger vor Gericht

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Feuer
Die Angeklagten sollen den betrunkenen Mann, der sich in der Notaufnahme aggressiv verhalten haben soll, im Mai 2023 ohne richterliche Anordnung fixiert und dann über Stunden unbeaufsichtigt gelassen haben. © Gettyimages/Reinhard Krull

Im Fall des verbrannten Patienten im Helios-Klinikum Pforzheim beginnt der Prozess wegen fahrlässiger Tötung. Zwei Ärzte und zwei Pflegekräfte sollen den 58‑Jährigen unzulässig fixiert und über Stunden unbeaufsichtigt gelassen haben.

Ein Patient verbrannte in einer Klinik in Pforzheim, weil er auf seiner Liege mit Gurten fixiert war. Mehr als zweieinhalb Jahre nach dem Tod des 58-Jährigen beginnt heute ein Prozess am Landgericht Karlsruhe. Zwei Ärzte und zwei Pflegekräfte sind wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Einem der Angeklagten wird auch Freiheitsberaubung mit Todesfolge vorgeworfen.

Die Angeklagten sollen den betrunkenen Mann, der sich in der Notaufnahme aggressiv verhalten haben soll, im Mai 2023 ohne richterliche Anordnung fixiert und dann über Stunden unbeaufsichtigt gelassen haben. Der 58-Jährige soll in dieser Zeit versucht haben, mit einem Feuerzeug die Gurte in Brand zu setzen und sich so zu befreien. Versehentlich zündete er damit aber die Matratze und seine Kleidung an. Ein Feuer brach aus, dem er nicht entkommen konnte. 

Bei lebendigem Leibe verbrannt

Er "verbrannte bei lebendigem Leib und vollem Bewusstsein", sagte Anwalt David Schneider-Addae-Mensah, der die Frau des Opfers als Nebenklägerin vertritt. Die stundenlange Fixierung sei nicht genehmigt gewesen und es habe auch keine Sitzwache gegeben, wie eigentlich vorgeschrieben. Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts für die Fixierung von Patienten seien nicht im Entferntesten eingehalten worden. Das Helios-Klinikum in Pforzheim, in dem sich der Fall ereignet hatte, äußerte sich mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht. 

Für den Prozess mit insgesamt neun Verhandlungstagen sind neun Zeugen und vier Sachverständige geladen. Ein Urteil könnte am 19. März fallen.

dpa

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