Das insolvente Jüdische Krankenhaus Berlin hat einen neuen Träger: Die türkische Medicana-Gruppe, die damit in den deutschen Markt einsteigt.
Ein gutes halbes Jahr nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens hat das Jüdische Krankenhaus Berlin (JKB) einen neuen Träger. Die in Deutschland noch weitgehend unbekannte Medicana Health Group übernimmt das traditionsreiche Haus im Rahmen des laufenden Eigenverwaltungsverfahrens.
Der neue Träger wird Leistungsumfang und Personal langfristig erhalten, heißt es in einer Pressemitteilung des Krankenhauses. Ebenso bliebe die jüdische Identität von Deutschlands einzigem jüdischen Krankenhaus gewahrt. "Entscheidend waren für uns die medizinische Versorgungskompetenz und die wirtschaftliche Stabilität, aber auch die Bereitschaft, die besondere Geschichte und Identität unseres Hauses dauerhaft zu respektieren und fortzuführen", sagt Brit Ismer, Vorstandsvorsitzende des JKB. "Der notwendige Respekt und die gebührende Sorgfalt gegenüber dem historischen Erbe des Krankenhauses und den Rechten der jüdischen Gemeinde werden stets bedingungslos gewahrt", erklärte der neue Eigentümer in seiner Stellungnahme.
Medicana will türkisches Versorgungsmodell nach Deutschland bringen
Die 1992 gegründete Medicana-Gruppe hat ihren Sitz in Istanbul und betreibt eigenen Angaben zufolge 19 Krankenhäuser in der Türkei und anderen europäischen Ländern.
Das Unternehmen ist auch im Bildungsmarkt aktiv und besitzt unter anderem die private Fenerbahçe-Universität. "Unser Einstieg in den deutschen Markt ist ein wichtiger Schritt im Rahmen der langfristigen Wachstumsstrategie unserer Unternehmensgruppe", teilte das Unternehmen mit. Mit dem Schritt nach Deutschland wolle man ein starkes Gesundheitsnetzwerk aufbauen sowie "die fortschrittliche Krankenhauserfahrung und den sektorübergreifenden Gesundheitsansatz, den wir in der Türkei entwickelt haben", nach Deutschland bringen.
fa
