Das Klinikum Bielefeld ist dabei, eine Uniklinik zu werden. Gleichzeitig kämpft das Haus mit den üblichen Sorgen eines Maximalversorgers. Um das Jahresergebnis ins Plus zu drehen, hat Klinikchef Michael Ackermann 2025 eine ungewöhnliche Maßnahme ergriffen.
Herr Ackermann, das Klinikum Bielefeld hat 2024 ein Minus von sieben Millionen Euro erwirtschaftet. Was für ein Jahresabschluss ist für 2025 zu erwarten?
Wir haben 2025 ein leicht positives Ergebnis von rund 300.000 Euro. Das Jahr stand deutlich unter dem Zeichen der Konsolidierung, denn vor allem 2024 war für uns ein schlechtes Jahr. Wir hatten nach Corona mit einer größeren Leistungssteigerung gerechnet, die mit rund zwei Prozent dann allerdings sehr gering ausgefallen ist. Für 2025 hatten wir dann einerseits eine andere Erwartungshaltung und andererseits die Erkenntnis, dass wir konsolidieren müssen. Deshalb haben wir 14 Konsolidierungsprojekte gestartet und versucht, in unseren Problemfeldern die Produktivität voranzubringen.
Was war das erfolgreichste dieser 14 Projekte?
Wir haben unsere OP-Ressource optimiert. Das allein hat uns eine Umsatzsteigerung von 3,2 Millionen Euro gebracht – nach Abzug der Kosten einen Ergebniseffekt von zwei Millionen Euro.
Der OP ist die Cash-Maschine der Kliniken. Was haben Sie verändert?
Wir haben das ambulante OP-Geschäft reduziert, um die stationäre Nachfrage besser zu bedienen. Wir hatten keine maximale Auslastung unserer 19 OP-Säle – im Schnitt haben wir nur 17,5 Säle betrieben. Gleichzeitig haben die rund 5.000 ambulanten OPs pro Jahr im Zentral-OP die gleichen Personalressourcen gebunden, machten aber im Verhältnis zu stationären OPs einen viel geringeren Umsatz aus. Wir haben die Menge an ambulanten OPs um 25 Prozent reduziert und konnten 2025 rund 480 stationäre OPs zusätzlich machen – darunter auch viele komplexe Operationen.
Das klingt nach einem erfolgreichen Eingriff. Wie viele stationäre Operationen machen Sie im Jahr?
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Auf dem Weg zur Spitzenmedizin
Das Klinikum Bielefeld versorgt mit rund 3.200 Mitarbeitern und über 1.100 Betten an drei Standorten jährlich etwa 145.000 Patienten. Mit insgesamt 31 Fachkliniken bildet das Haus, das einen Jahresumsatz von rund 325 Millionen Euro erzielt, das medizinische Rückgrat der Region und vollzieht aktuell den Sprung in die universitäre Spitzenmedizin.