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Reform Medizinstudium

„Masterplan Medizinstudium 2020“ beschlossen

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Der Reformplan für das Medizinstudium steht. Am Freitag haben Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) sowie Vertreter der Gesundheits- und der Kultusministerkonferenz der Länder und der Koalitionsfraktionen des Deutschen Bundestages den „Masterplan Medizinstudium 2020“ beschlossen. Der Masterplan sieht Änderungen der Studienstruktur und bei den Ausbildungsinhalten vor. So sollen beispielsweise allgemeinmedizinische Inhalte in Zukunft in der Lehre möglichst ab dem ersten Semester über das gesamte Studium hinweg vermittelt werden. Künftig sollen zudem alle Studierende im Staatsexamen am Ende des Studiums in Allgemeinmedizin geprüft werden.

Der Masterplan soll zudem dem Ärztemangel in ländlichen Regionen entgegenwirken. Die Länder hätten dann die Möglichkeit, eine so genannte Landarztquote einzuführen. Sie könnten bis zu zehn Prozent der Studienplätze für Medizin an bestimmte Bedingungen knüpfen. Medizinstudium-Bewerber müssen sich demnach dazu verpflichten, nach dem Ende des Studiums und der fachärztlichen Weiterbildung in der Allgemeinmedizin für bis zu zehn Jahre in der hausärztlichen Versorgung in unterversorgten oder durch Unterversorgung bedrohten ländlichen Regionen tätig zu sein. Darüber hinaus sieht der Masterplan Änderungen bei der Zulassung vor. Die Hochschulen sollen künftig in ihren Auswahlverfahren neben der Abiturnote mindestens zwei weitere Auswahlkriterien anwenden. Diese sollen insbesondere die sozialen und kommunikativen Fähigkeiten sowie die Leistungsbereitschaft der Studienbewerber berücksichtigen.

Ärztevertreter begrüßten grundsätzlich den Masterplan. Kritik gab es jedoch, so wie auch in der Vergangenheit, insbesondere an der Finanzierung. So bemängelt Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, dass sich Bund und Länder nicht über eine klare und langfristige Finanzierungsvereinbarung geeinigt hätten. „Offenbar auf Betreiben der Länder wurde die vollständige Umsetzung des Masterplans unter Haushaltsvorbehalt gestellt. Dadurch fehlen klare Vorgaben für wichtige Bereiche“, so Montgomery. Auch die Entscheidung über eine „erforderliche Erhöhung“ der Studienplatzkapazitäten hätten die Verhandlungspartner auf unbestimmte Zeit vertagt, kritisierte er. Auf einen Ausbau der Kapazitäten pocht auch die Ärztegewerkschaft Marburger Bund: „Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass ein Ausbau der Studienplatzkapazitäten um mindestens zehn Prozent notwendig ist. Nur so kann dem Ärztemangel, der sich durch die bevorstehende Ruhestandswelle eher noch verstärken wird, sinnvoll entgegengewirkt werden“, sagte Victor Banas, Vorsitzender des Sprecherrats der Medizinstudierenden im Marburger Bund.

 

Autor

 Hendrik Bensch

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Foto: GettyImages/Faysal Ahamed

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