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Krankenhäuser am Pranger: Titelthema der neuen f&w

Helios gewinnt gegen Wallraff

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Juristische Schlappe für das Team Wallraff: Der Fernsehsender RTL darf mit versteckter Kamera in einem Wiesbadener Krankenhaus gefilmtes Videomaterial nicht erneut veröffentlichen oder verbreiten. Einer entsprechenden Klage der Helios-Kliniken gab das Landgericht Hamburg am Freitag in vollem Umfang statt, vermelden die Deutsche Presseagentur und der Mediendienst Meedia. RTL kündigte an, in Berufung zu gehen.

Im Interview mit der in wenigen Tagen erscheinenden Juli-Ausgabe von f&w - führen und wirtschaften im Krankenhaus verteidigt Karla Steuckmann, Leiterin des Team Wallraff, die umstrittenen Recherche-Methoden. „Klar könnte man in einer Notaufnahme auch offiziell mit großer Kamera drehen“, sagt sie. „Dann sehen wir lächelnde Krankenschwestern in bunten Kitteln und ausgewähltes Personal, eine saubere Station mit tollem Essen, wo alles tipptopp ist. Wir sind aber da, um den Finger in die Wunde zu legen und nicht, um mit Blumen geschmückte Bilder zu zeigen.“ RTL-Pressesprecher Matthias Bolhöfer betont in dem Gespräch, dass es RTL nicht um den kurzfristigen Empörungs-Effekt gehe, sondern um Nachhaltigkeit. „Wir wollen mit der Sendung etwas anstoßen und einen Prozess in Gang setzen – mit den Verantwortlichen, mit der Klinikleitung, mit der Politik.“

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Leiterin Karla Steuckmann und RTL-Pressesprecher Matthias Bolhöfer verteidigen im Interview mit f&w ihre Recherche-Methoden.
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Es ist nicht das erste Mal, dass Krankenhäuser Opfer einer Undercover-Recherche werden. "Kritische Verdachtsberichterstattung ist kein Schicksal, sondern beherrschbar", sagt der Rechtsanwalt Gernot Lehr, der bereits mehrere Krankenhäuser juristisch vertreten hat. Da die Gefahr einer Vorverurteilung, einer Prangerwirkung und eines nicht wieder gutzumachenden Reputationsschadens sehr hoch sei, habe die Rechtsprechung sehr hohe Anforderungen an die Zulässigkeit der Verdachtsberichterstattung entwickelt.

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Juristischer Umgang mit Schelte durch die Medien
Rechtsanwalt Gernot Lehr schildert, welche richtigen juristischen Schritte Krankenhausmanager zum Schutz des eigenen Hauses gehen sollten, um Journalisten nicht durch falsche oder unüberlegte Reaktionen aus ihrer Sorgfaltspflicht zu entlassen. 
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„Nur wenige Krankenhäuser verfügen über ein professionelles Krisenpräventionssystem – geschweige denn über Erfahrung und konkrete Handlungsanweisungen für den Ernstfall“, betont der frühere Leiter der Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg, Christoph Fasel, der unter anderem als Krisenkommunikator für Universitäten, Kliniken und Pharma-Unternehmen tätig ist. Er mahnt, dass Krisensituationen in einer Klinik eine extreme Eigendynamik entwickeln können und ohne Vorbeugung nicht zu beherrschen sind. "Wer kein Image hat, dem macht die Krise eines. Und wer schon eines hat, dem macht die Krise ruckzuck ein neues – und zwar eines von der Sorte, die sich das Krankenhaus niemals gewünscht hat." 

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Autor

 Florian Albert

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