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Orientierungswert von Susanne Müller, BMVZ

Gutes MVZ – Schlechtes MVZ

  • Meinung

Was ist ein guter Arzt? Nett muss er sein, sich Zeit nehmen, kompetent auf alle Fragen eingehen, das Nötige veranlassen. 

Was ist ein gutes MVZ? Einrichtungen und betriebliche Strukturen, die Ärzten ermöglichen, genau so zu sein. 

Die Antwort scheint zu banal? Dabei geht es doch genau darum, wenn Ärzte sich anstellen lassen: Einen Arbeitsplatz zu haben, der es - bei angemessener Bezahlung - erlaubt, für Patienten da zu sein, ohne großen Verwaltungsaufwand, ohne unternehmerische Verantwortung, dafür mit Freiraum, das ethisch Richtige mit dem medizinisch Notwendigen zu vereinbaren.  

Nun haben MVZ nicht unbedingt den Ruf, genau dafür zu stehen. Vielmehr stehen MVZ  tendenziell unter dem Generalverdacht, vor allem der Renditeerzeugung zu dienen und Patienten nur insoweit gut zu betreuen, als sie möglichst viel Geld einbringen. Gegenentwurf ist der niedergelassene Arzt, der Ethik und Monetik jederzeit zu Gunsten des Patienten konfliktfrei miteinander zu vereinbaren wisse. 

Jedoch: Weder hier noch da gibt es dieses Schwarz-Weiß. Elementar ist daher, einen Maßstab zu entwickeln, wie gute Versorgung definiert ist. Daher hat der BMVZ auf Basis einer Mitgliederbefragung sieben Thesen für die Arbeit eines „guten MVZ“ formuliert:

  1. Das gute MVZ hat eine langfristige Versorgungsstrategie und trägt somit zur stabilen wohnortnahen Sicherstellung der Patientenversorgung bei. 
  2. In einem guten MVZ steht der Patient im Mittelpunkt. 
  3. Unabhängig ob Vertrags- oder angestellte Ärzte tätig sind, findet in einem guten MVZ die eigentliche medizinische Behandlung frei von Einflussnahmen des Trägers, Dritter oder industrienaher Interessen statt.  
  4. In einem idealen MVZ arbeiten verschiedenste Fachgruppen interdisziplinär zusammen und bieten für Patienten Versorgung aus einer Hand mit dem Ziel, Informationsverluste an den Schnittstellen zu vermeiden. 
  5. Ein ideales  MVZ entlastet Ärzte von bürokratischen Aufgaben, damit sie mehr Zeit für die Arbeit an und mit den Patienten haben. 
  6. In einem idealen MVZ wird mit einer guten Versorgungsleistung Geld verdient und angestellte Ärzte und nicht-ärztliches Personal erhalten ein angemessenes Gehalt. 
  7. In einem idealen MVZ ist der Ärztliche Leiter in wesentliche Entscheidungen zu Betrieb und Strategie mit eingebunden. 

 

Praktisch stellt sich natürlich die Frage, wie Patienten, Ärzte aber auch KVen und alle anderen Interessierten erfahren können, ob ein MVZ diese sieben Aspekte bejaht und erfüllt. Insofern gehört selbstverständlich die freiwillige Transparenz über Trägerstrukturen und Unternehmensziele zu den grundlegenden Tugenden eines guten MVZ.

Autor

 Susanne Müller

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