Der Bedarf in der Forensik steigt. Daher macht das Hessische Ministerium für Gesundheit einen Ausbau der Vitos Klinik in Bad Emstal wieder zum Thema. 40 neue Arbeitsplätze könnten hier entstehen.
Weil die Zahl psychisch kranker Straftäter die Kapazitäten der forensischen Kliniken in Hessen – aber auch bundesweit – schon seit Jahren immer weiter übersteigt, will das Hessische Ministerium für Gesundheit die Gespräche mit dem Forensikbeirat und der Gemeinde Bad Emstal für einen Erweiterungsbau der Vitos Klinik wieder aufnehmen. Wie die Hessische Niedersächsische Allgemeine (HNA) berichtet, haben sich die Mitglieder des Forensikbeirates der Klinik für forensische Psychiatrie Bad Emstal nun zu einer außerordentlichen Sitzung getroffen, bei der ihnen eine Machbarkeitsstudie zur Erweiterung des Standorts nochmals präsentiert wurde. Als nächstes soll die Gemeinde kontaktiert werden. Bereits vor zwei Jahren war dem Forensikbeirat das Vorhaben vorgestellt worden, die Klinik in Bad Emstal mit derzeit 92 Betten um 40 Betten zu erweitern. Das zuständige Ministerium hatte zwischenzeitlich die Planung für Bad Emstal zurückgestellt, um vorerst die forensische Klinik in Hadamar zu erweitern. Ein Erweiterungsbau könnte auf der Freifläche zwischen der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie sowie der Klinik für forensische Psychiatrie, also unterhalb der Bundesstraße entstehen, heißt es in dem Bericht. So zeige die Studie einen zweigeschossigen Baukörper mit geschlossenem Innenhof, in dem Platz für zwei Stationen mit insgesamt 40 Plätzen und den dazugehörigen Funktionsräumen wäre. Das Gebäude würde unmittelbar an die bestehende Klinik anschließen. Gekoppelt an den Ausbau sei zudem das Schaffen von bis zu 40 neuen Arbeitsplätzen.
Die Forensik in Bad Emstal sei durch die massive Belegungssteigerung im Verlauf der letzten Jahre an ihre Kapazitätsgrenze gestoßen. Trotz der Schaffung von acht zusätzlichen Betten im offenen Therapiebereich (Außenwohngruppe und ein neues Appartement in Haus 208) könnten Aufnahmen teilweise nicht zeitnah erfolgen. Daher soll vor allem im Aufnahmebereich die Zahl der Einzelzimmer erhöht werden: von aktuell zwölf Betten auf bis zu 20. Und – für einen ungestörten Regelbetrieb in der Rückverlegerstation – sollen die Ausstattung der Einzelzimmer ertüchtigt und die aktuell neun Betten verdoppelt werden. Zudem sollen auch notwendige Funktionsräume und eine Fahrzeugschleuse, die nur dem Patiententransport vorbehalten ist, entstehen. Das Vorhaben hätte zudem positive Konsequenzen für die Doppeldiagnosenstation, die sich dann in der jetzigen Aufnahmestation ausbreiten könnten. Gleiches gelte für die Kriseninterventionsstation, die in der heutigen Rückverlegerstation mehr Platz hätte, berichtet die HNA.

