Die Anzeichen hatten sich in den zurückliegenden Tagen verdichtet, nun ist es amtlich: Gesundheitsministerin Nina Warken (47) wechselt als Chefin ins Kanzleramt und übergibt ihren Ministerposten an Carsten Linnemann (52), derzeit Generalsekretär der CDU. Darüber berichtete zuerst die „Bild“. Der Sitz des Kanzleramtschefs war vakant geworden, weil sein bisheriger Inhaber Thorsten Frei den Posten des Unionsfraktionsvorsitzenden übernimmt, der nach Jens Spahns Rückzug frei wurde.
Linnemann hat bisher wenig Berührungspunkte mit Gesundheitspolitik. Für Aufsehen sorgte im April in der Diskussion zur Stabilisierung der Krankenkassenfinanzen seine vehemente Forderung, die Zahl der Kassen drastisch zu reduzieren. „Ich finde, zehn Krankenkassen in Deutschland reichen“, erklärte der nun neue Gesundheitsminister.
Warken hatte sich in den vergangenen Monaten in die Gesundheitsthemen eingearbeitet und mit dem GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz ein umstrittenes Projekt durchs Parlament gebracht. Auf Linnemann warten in den nächsten Monaten weitere dicke Bretter – unter anderem die Reform der ambulanten Notfallversorgung, sowie grundlegende Reformen in der Finanzierung der Altenpflege. Auch die Einführung eines Primärarztsystems und die strukturelle Neuausrichtung der Kassenfinanzierung stehen auf der Agenda.

