Diakovere hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Konzernüberschuss von 1,7 Millionen Euro abgeschlossen. Die Erträge lagen bei 449,1 Millionen Euro.
Zugleich investierte das hannoversche Sozial- und Gesundheitsunternehmen rund 45 Millionen Euro in seine Infrastruktur und die weitere Entwicklung. Das teilte Diakovere bei der Vorstellung seiner Jahresbilanz sowie langfristigen Konzern- und Medizinstrategie mit.
„Der Abschluss für 2025 ist ein gutes Jahresergebnis – sowieso, weil das Ergebnis positiv ist, und erst recht, weil wir deutliche Verbesserungen unter schwierigen Marktbedingungen erreicht haben“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Hans Ulrich Anke. Das Ergebnis zeige, dass das Unternehmen seinen Betrieb stabil steuern und gleichzeitig weiterentwickeln könne.
Medizinstrategie bis 2035 beschlossen
Mit der „Medizinstrategie Diakovere 2035“ hat das Unternehmen einen langfristigen Entwicklungsrahmen für seine Krankenhäuser verabschiedet. Die Strategie sieht vor, medizinische Leistungen stärker zu bündeln und Spezialisierungen auszubauen.
Kern des Konzepts ist das Strukturmodell „2–5–2“. Es umfasst zwei Versorgungssäulen, fünf spezialisierte Behandlungspfade und zwei profilierte Krankenhausstandorte. Die Umsetzung soll schrittweise erfolgen. Nach Angaben des Unternehmens hat dabei die Sicherung der Versorgung Vorrang.
Der Medizinische Geschäftsführer Thomas Moesta sagte: „Wir organisieren Medizin künftig noch konsequenter vom Menschen her: patientenorientiert statt abteilungsorientiert, interprofessionell statt in getrennten Strukturen und sektorenübergreifend statt an Zuständigkeitsgrenzen.“
Die Medizinstrategie ist Teil einer übergeordneten Konzernstrategie, die die Bereiche medizinische Versorgung, Sozial- und Eingliederungshilfe sowie Bildung zusammenführen soll.
Kritik an Reformpolitik und Finanzierung
Die Unternehmensführung bewertet die wirtschaftliche Entwicklung trotz des positiven Ergebnisses weiterhin zurückhaltend. Geschäftsführer Stefan David verwies auf Unsicherheiten durch gesundheitspolitische Reformvorhaben. „Die Politik stellt uns durch unklare Reformen vor immer neue Herausforderungen“, sagte er.
Auch Anke äußerte Kritik an den Rahmenbedingungen. Die Sparpläne des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) sorgten für zusätzliche Unsicherheiten in einem ohnehin belasteten Marktumfeld. Besonders freigemeinnützige Krankenhausträger stünden unter Druck, weil sie im Gegensatz zu vielen kommunalen oder landeseigenen Häusern nicht auf öffentliche Defizitausgleiche zurückgreifen könnten.
Freigemeinnützige Kliniken fordern gleiche Bedingungen
Gemeinsam mit mehr als 50 freigemeinnützigen Krankenhäusern in Niedersachsen setzt sich Diakovere nach eigenen Angaben für eine vollständige Refinanzierung von Tarifsteigerungen und inflationsbedingten Mehrkosten ein. Zudem fordert der Verbund gleiche Wettbewerbsbedingungen unabhängig von der Trägerschaft eines Krankenhauses.
Diakovere
Diakovere zählt zu den größten freigemeinnützigen Gesundheits- und Sozialunternehmen in Niedersachsen. Das Unternehmen ist in den Bereichen Krankenhausversorgung, Pflege, Rehabilitation, Eingliederungshilfe und Bildung tätig.
Mehr als 5.600 Menschen in etwa 90 verschiedenen Berufen arbeiten bei Diakovere: in den drei Krankenhäusern Annastift, Friederikenstift und Henriettenstift einschließlich einer Rehabilitationseinrichtung, in der Jugend-, Alten- und Behindertenhilfe, der Palliativmedizin sowie dem Hospiz.
Rund 140.000 Menschen behandeln die Diakovere Mitarbeiter in ihren drei Kliniken jährlich; davon über ein Drittel stationär und fast zwei Drittel ambulant.
cs
