Pflege

Die Generalistik hat auch in der Psychiatrie eine Chance verdient

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Im Psychiatrie-Barometer des DKI schneidet die Pflegeausbildung nicht so gut ab. Dennoch ist die Generalistik der richtige Weg, kommentiert Kevin Galuszka, Vorstandsmitglied der Pflegekammer NRW. Was er jetzt für wichtig hält.
Wie kann die generalistische Pflegeausbildung in der psychiatrischen Versorgung besser werden? © Getty Images/Marisa9

Im Psychiatrie-Barometer des DKI schneidet die Pflegeausbildung nicht so gut ab. Dennoch ist die Generalistik der richtige Weg, kommentiert Kevin Galuszka, Vorstandsmitglied der Pflegekammer NRW. Was er jetzt für wichtig hält.  

Das kürzlich erschienene Psychiatrie-Barometer des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) beleuchtet aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in der psychiatrischen Versorgung. Ein zentrales Thema ist die generalistische Pflegeausbildung, die seit ihrer Einführung stark diskutiert wird.

Die generalistische Ausbildung wird derzeit für viele Probleme in der Pflege verantwortlich gemacht. Im Psychiatrie-Barometer gab über der Hälfte der befragten Psychiatrien (57 Prozent) an, dass die Anzahl der Bewerber für die Ausbildung gesunken sei. Nur in elf Prozent der Einrichtungen ist sie gestiegen. In 29 Prozent der Psychiatrien sind die Abbrecherquoten von Auszubildenden leicht und in 17 Prozent sogar deutlich gestiegen.

Praxisanleitung verbessern und Weiterbildung stärken

Dies hat vielfältige Ursachen, darunter falsche Erwartungen an den Pflegeberuf, fachliche Überforderung und unzureichende schulische Voraussetzungen der Auszubildenden. Allgemeine Probleme wie die Arbeitsbedingungen und die gesellschaftliche Anerkennung spielen ebenfalls eine große Rolle und betreffen auch die Auszubildenden.

Trotz dieser Herausforderungen ist die Generalistik der richtige Weg, da sie den Auszubildenden mehr Möglichkeiten eröffnet. Eine fundierte Grundausbildung legt die Basis, auf der anschließend spezialisierte Kenntnisse aufgebaut werden können. Insbesondere im Bereich der Psychiatrie ist es wichtig, die Weiterbildung zu stärken und vielfältig auszubauen, um den spezifischen Anforderungen gerecht zu werden.

Die Evaluation der generalistischen Ausbildung wird Klarheit und Transparenz schaffen, auf deren Ergebnisse wir gespannt warten dürfen. Um jedoch eine adäquate Ausbildung zu gewährleisten, muss die praktische Ausbildung in den Fokus gerückt und deutlich gestärkt werden. Die Praxisanleitung muss verbessert und ausgeweitet werden, und die Forderungen der Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter müssen respektiert und aufgegriffen werden  sie sind die zentrale Stelle zur Umsetzung.

Anstieg der Abbruchquote

Das Psychiatrie-Barometer zeigt, dass fast die Hälfte der befragten psychiatrischen Einrichtungen seit der Einführung der Generalistik einen Anstieg der Abbruchquote verzeichnet. Diese Entwicklung ist besorgniserregend und erfordert gezielte Maßnahmen, um die Ausbildungsqualität zu verbessern und die Abbruchquote zu senken. Dennoch besteht nach wie vor Konsens, dass die umfassende Grundausbildung mit anschließender Spezialisierungsmöglichkeit die Qualität der Pflege insgesamt verbessern wird. Die generalistische Ausbildung bietet den Vorteil, dass Pflegefachpersonen flexibler einsetzbar sind und sich vor der Spezialisierung ein breites Wissen aneignen können.

Die zukünftigen Evaluationsberichte werden hierzu weitere Erkenntnisse liefern und hoffentlich zu einer Optimierung der Ausbildung beitragen. Es ist zu erwarten, dass durch eine kontinuierliche Anpassung und Verbesserung der Ausbildungsinhalte sowie der praktischen Anleitung die Abbruchquote gesenkt und die Zufriedenheit der Auszubildenden erhöht werden kann. Gleichzeitig wird eine fundierte Ausbildung sicherstellen, dass Pflegefachpersonen in der Psychiatrie besser auf die vielfältigen Herausforderungen vorbereitet sind und somit die Versorgung der Patienten weiter verbessert wird.

Insgesamt ist die Generalistik der richtige Weg, um den Pflegeberuf international wettbewerbsfähig zu machen und gemeinsam mit der Akademisierung der Pflege neue Wege zu gehen. Auch die Psychiatrie wird langfristig von gut ausgebildeten, vielseitig einsetzbaren Pflegefachperson profitieren. Es braucht aber noch etwas Zeit.

Autor

 Kevin Galuszka

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