Krankenhäuser sind Teil der kritischen Infrastruktur – doch wie resilient sind sie bei Blackouts, Krisen und Reformen? Das aktuelle Krankenhaus-Barometer des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) offenbart alarmierende Lücken in der Versorgungssicherheit und wirtschaftlichen Stabilität.
Vor dem Hintergrund sicherheitspolitischer Zuspitzungen rückt die Krisen- sowie Kriegsfestigkeit der Kliniken ins Blickfeld. Denn Krankenhäuser müssen als Teil der kritischen Infrastruktur eine kontinuierliche Patientenversorgung sichern.
Resilienz der Krankenhäuser im Krisenfall
Das DKI hat das jährliche Krankenhaus-Barometer veröffentlicht. Wie die Umfrage zeigt, verfügen alle befragten Einrichtungen über Alarm- und Einsatzpläne für technische Störungen, infrastrukturelle Ausfälle oder Gesundheitskrisen. Für Ereignisse wie soziale Unruhen, Naturkatastrophen oder militärische Konflikte sind sie hingegen weniger resilient.
Blackout: Wie lange können Kliniken überbrücken?
So können 43 Prozent der Kliniken einen Stromausfall mindestens drei Tage überbrücken. 84 Prozent betrachten erweiterte Treibstoffvorräte als Voraussetzung zur Sicherung der Notstromversorgung. Allerdings kann nur jede zehnte Klinik die Patientenversorgung bei einem mehrtägigen Ausfall uneingeschränkt aufrechterhalten, lediglich jede fünfte Klinik hat für den Blackout-Fall Kooperationsvereinbarungen mit benachbarten Kliniken getroffen.
Wirtschaftliche Lage bleibt kritisch
Auch die wirtschaftliche Situation der deutschen Krankenhäuser bleibt dramatisch – so das Ergebnis der Studie. 2024 haben zwei Drittel der Krankenhäuser Verluste geschrieben (66 Prozent). Der Anteil der Krankenhäuser mit einem Jahresfehlbetrag ist damit nochmals um fünf Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Bundesweit beurteilen nur noch sechs Prozent der Krankenhäuser ihre aktuelle wirtschaftliche Situation als eher gut. Für 2026 erwarten lediglich 13 Prozent der Häuser, dass sich ihre wirtschaftliche Lage verbessert.
Krankenhausreform sorgt für Unsicherheit
Die anstehende Krankenhausreform sorgt demnach zusätzlich für Unruhe in den Krankenhäusern. 90 Prozent der befragten Kliniken beklagen fehlende Planungssicherheit, etwa zur künftigen Leistungsstruktur, zur Fallzahlentwicklung und zur Liquidität. Deswegen werden vielerorts Investitionen in die Infrastruktur und Veränderungen in der betrieblichen Organisation zurückgestellt.
Die Ergebnisse des Krankenhaus-Barometers 2025 beruhen auf der schriftlichen Befragung einer repräsentativen Stichprobe von zugelassenen Allgemeinkrankenhäusern ab 100 Betten in Deutschland von Mitte Mai bis Mitte Juli 2025. Beteiligt haben sich insgesamt 376 Krankenhäuser.
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