Landkreis plant neue Strategie

Elbe-Elster Klinikum vor Neustart

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Elbe-Elster Klinikum vor Neustart
Nach dem Chefwechsel stehen beim Elbe-Elster Klinikum richtungsweisende Entscheidungen an. © GettyImages.de/stefanschnurr

Nach dem Chefwechsel berät der Landkreis über die Zukunft des Elbe-Elster Klinikums. Neubau, Reform und Finanzierung stehen im Fokus.

Wenige Tage nach der Freistellung von Klinikgeschäftsführer Michael Winkler beraten Landkreis und Kreispolitik über die künftige Ausrichtung des Elbe-Elster Klinikums. Das teilte der Landkreis Elbe-Elster nach einem Gespräch von Landrat Marcel Schmidt mit den Fraktionsvorsitzenden des Kreistags mit.

Eine von Forvis Mazars vorgelegte Analyse beschreibt wirtschaftlichen und organisatorischen Handlungsbedarf. Nach Angaben des Landkreises reichen die negativen Ergebnisse des Klinikums mittlerweile tief in die Vermögensrücklage hinein. Zudem kritisierten die Prüfer das bisherige Zusammenspiel von Geschäftsführung, Aufsichtsrat und Gesellschafter. Künftig müssten Verantwortlichkeiten klarer definiert werden.

Landrat Schmidt begründete den Wechsel an der Spitze des Klinikums mit den anhaltend negativen wirtschaftlichen Ergebnissen. Zudem habe das Vertrauen gefehlt, dass die bisherige Geschäftsführung die notwendigen Veränderungen mit der erforderlichen Konsequenz umsetzen könne. Der Schritt sei deshalb notwendig gewesen.

Landkreis weist Privatisierungsspekulationen zurück

Spekulationen über eine mögliche Privatisierung des Klinikums wies Schmidt zurück. Grundlage für die weiteren Entscheidungen bleibt nach seinen Angaben ein Kreistagsbeschluss vom April 2025. Dieser sieht neben der Planung eines zentralen Klinikneubaus und der Umwandlung bestehender Standorte in Gesundheitszentren auch eine Alternativlösung vor. Falls ein Neubau weder genehmigt noch finanziert werden kann, soll geprüft werden, ob künftig einer der drei Standorte die stationäre Grund- und Regelversorgung übernimmt.

Schmidt betonte, dass die künftige Strategie an veränderte gesetzliche, medizinische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen angepasst werden müsse. Dabei sollten auch alternative Szenarien ergebnisoffen geprüft werden.

Weichenstellungen noch in diesem Jahr geplant

Interimsgeschäftsführer Papenfuß sieht nach eigenen Angaben die Notwendigkeit, noch in diesem Jahr grundlegende Entscheidungen vorzubereiten. Dazu zählen die Planung des künftigen medizinischen Leistungsspektrums unter den Vorgaben der Krankenhausreform sowie eine stärkere Verzahnung ambulanter und stationärer Angebote. Auch die Anforderungen des Rettungsdienstes müssten berücksichtigt werden.

Zudem soll geklärt werden, unter welchen Voraussetzungen Investitionen in die Gesundheitsinfrastruktur förderfähig sind. Eine entsprechende Bestätigung der Fördermittelgeber liegt bislang nicht vor.

Papenfuß verwies außerdem darauf, dass die zukünftige Versorgung nicht allein innerhalb der Landkreisgrenzen gedacht werden könne. Mögliche Kooperationen und Versorgungsstrukturen müssten auch kreisübergreifend betrachtet werden.

cs

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