Neubau in Mühlacker, Schließung in Neuenbürg

Enzkreis stellt Kliniken neu auf

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Enzkreis stellt Kliniken neu auf
Die bisherigen Strukturen sind wirtschaftlich nicht mehr tragfähig: Der stationäre Betrieb in Neuenbürg endet, der Standort wird zu einem ambulanten Gesundheitszentrum, in Mühlacker entsteht ein Klinikneubau. © iStock.com/Radachynskyi

Der Enzkreis stellt seine Krankenhauslandschaft neu auf: Während der stationäre Betrieb in Neuenbürg endet und der Standort zu einem ambulanten Gesundheitszentrum wird, plant der Kreis in Mühlacker einen Klinikneubau mit bis zu 280 Betten.

Der Kreistag des Enzkreises hat eine Grundsatzentscheidung zur künftigen Struktur der RKH Enzkreis Kliniken getroffen. Wie der Landkreis mitteilt, soll der stationäre Krankenhausbetrieb in Neuenbürg enden. Der Standort soll sich zu einem ambulanten Gesundheitszentrum weiterentwickeln. Parallel will der Kreis die stationäre Versorgung in Mühlacker stärken und dort mittelfristig einen Neubau mit bis zu 280 Betten planen.

Finanzielle Lage zwingt zu Umstrukturierungen

Landrat Bastian Rosenau sieht die Entscheidung als notwendig, um die Versorgung zu sichern. „Ein jährliches Defizit von über 20 Millionen Euro alleine aus dem Bereich der Kliniken wäre für den Kreishaushalt eine extreme Belastung“, sagte er. Mit der Neuausrichtung solle ein starker stationärer Standort gesichert und die medizinische Präsenz in Neuenbürg erhalten bleiben.

Auch die Geschäftsführung verweist auf medizinische und wirtschaftliche Zwänge. Marc Nickel erklärte: „Die medizinische Qualität und die Versorgungssicherheit standen im Zentrum aller Überlegungen.“ Die beschlossene Struktur passe die Klinikstandorte an die Anforderungen moderner Medizin an. Kaufmännischer Geschäftsführer Axel Hechenberger betonte zudem, die bisherigen Strukturen seien wirtschaftlich nicht mehr tragfähig.

Mühlacker wächst – Neuenbürg bleibt ambulant präsent

Mühlacker soll künftig eine klarere medizinische Ausrichtung erhalten. Geplant sind der Ausbau der Orthopädie und der Aufbau der Rheumatologie. Der Standort soll zudem durch einen Neubau gestärkt werden, um auf die steigenden Patientenzahlen zu reagieren. Neuenbürg soll als ambulante Anlaufstelle bestehen bleiben. Das bestehende MVZ soll ausgebaut werden.

Die Neuausrichtung leitet einen mehrjährigen Transformationsprozess ein. Für das Gelände in Neuenbürg entwickelt der Kreis ein Nachnutzungskonzept.

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