Der Kreistag des Erzgebirgskreises hat die künftige Ausrichtung des Erzgebirgsklinikums beschlossen. Das neue Zielbild sieht den Erhalt der vier Standorte in Annaberg, Stollberg, Zschopau und Olbernhau vor.
Zugleich soll der Klinikverbund medizinische Leistungen stärker konzentrieren und die Aufgaben der Häuser neu verteilen. Dies geht aus einer Mitteilung des Erzgebirgsklinikums hervor.
Nach Angaben des Klinikums reagiert der Landkreis damit auf die Krankenhausreform, steigende Qualitätsanforderungen und den anhaltenden wirtschaftlichen Druck auf Krankenhäuser. Die vier Zentralen Notaufnahmen sollen erhalten bleiben. Die Regelversorgung in der Inneren Medizin und Allgemeinchirurgie bleibt ebenfalls an allen Standorten bestehen. Spezialisierte Leistungen sollen dagegen künftig innerhalb des Verbundes gebündelt werden. Dazu zählen unter anderem Gelenkersatz, Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Leistungen des Darmkrebszentrums.
„Unser Zielbild beschreibt, wie wir die medizinische Versorgung im Erzgebirgskreis auch unter veränderten Rahmenbedingungen langfristig sichern wollen“, erklärte Geschäftsführer Marcel Koch. „Vier Standorte bleiben dabei ein wesentlicher Bestandteil der Strategie unseres Verbundes.“
Sanierungsplan bildet Grundlage
Der Kreistagsbeschluss knüpft an einen bereits 2024 vorgestellten Sanierungsplan an. Damals hatte die Klinikleitung mehr als 50 Maßnahmen angekündigt, um die wirtschaftliche Lage des Verbundes zu verbessern. Hintergrund waren sinkende stationäre Patientenzahlen, steigende Kosten und die wachsende Verlagerung medizinischer Leistungen in den ambulanten Bereich.
Wirtschaftliche Lage bleibt angespannt
Trotz des erfolgreichen Abschlusses eines Schutzschirmverfahrens bleibt die wirtschaftliche Situation des Klinikverbundes schwierig. Der Kreistag beschloss deshalb bereits im Juni 2026, der Erzgebirgsklinikum gGmbH ein Liquiditätsdarlehen von bis zu fünf Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Die Mittel sollen bis Ende 2027 bedarfsorientiert ausgezahlt werden und mögliche Finanzierungslücken überbrücken.
Der Landkreis begründete den Schritt mit der weiterhin angespannten Finanzlage des Klinikums und den Herausforderungen der Krankenhausfinanzierung. Gleichzeitig verknüpfte der Kreistag die Unterstützung mit der Erwartung, dass die begonnenen Sanierungsmaßnahmen konsequent fortgeführt werden.
Umsetzung wird nun konkretisiert
Mit dem Beschluss des Zielbilds ist die Neuordnung des Klinikverbundes noch nicht abgeschlossen. Nach Angaben des Erzgebirgsklinikums sollen nun die einzelnen Maßnahmen sowie deren zeitliche Umsetzung konkret ausgearbeitet werden. Dabei will der Klinikverbund sowohl personelle und organisatorische Voraussetzungen als auch erforderliche Genehmigungen berücksichtigen. Über die weiteren Schritte sollen Mitarbeitende und Öffentlichkeit fortlaufend informiert werden.
cs
