Das Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg schließt seine Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe zum 1. Oktober 2026.
Das teilte das Krankenhaus mit. Als Gründe nennt die Klinik sinkende Geburtenzahlen, Fachkräftemangel und wirtschaftliche Belastungen.
Bis Ende Juni wurden in Bernau nach Klinikangaben 183 Kinder geboren. Offene Stellen hätten nicht nachbesetzt werden können. „Damit ist leider keine Perspektive für eine zukünftig nachhaltige und gute Entwicklung der Geburtshilfe in Bernau gegeben“, sagt Geschäftsführerin Verena Plocher. „Das bedeutet zugleich, dass wir auch die Frauenheilkunde nicht länger aufrechterhalten können.“
Nachbarkliniken übernehmen Versorgung
Die Schließung sei mit dem Brandenburger Gesundheitsministerium abgestimmt worden. Die Versorgung von Schwangeren und gynäkologischen Patientinnen sollen künftig Kliniken in Rüdersdorf, Berlin-Buch, Oranienburg und Eberswalde übernehmen.
Fokus auf Herzmedizin
Das Universitätsklinikum der Medizinischen Hochschule Brandenburg will nach der Schließung seine Schwerpunkte in Kardiologie, Herz- und Gefäßchirurgie sowie Intensivmedizin ausbauen. Auch die Bereiche Chirurgie und Innere Medizin sollen weiter gestärkt werden.
Geburtshilfe unter Druck
Die Entscheidung in Bernau reiht sich in einen bundesweiten Trend ein. Nach Daten des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) für die Deutsche Krankenhausgesellschaft bieten immer weniger Kliniken Geburtshilfe an. Während im Jahr 2000 noch 52 Prozent der Krankenhäuser Entbindungen durchführten, lag der Anteil 2023 nur noch bei 39 Prozent.
Zugleich erwarten drei Viertel der Geburtskliniken für 2025, dass die Kosten ihrer Abteilung die Erlöse übersteigen. Die Geburten konzentrieren sich zunehmend auf größere Standorte, während kleinere Angebote unter wirtschaftlichem Druck stehen.
cs
