Die Geburtshilfe in Deutschland steht unter Druck: Immer weniger Krankenhäuser bieten Entbindungen an, während Kosten steigen und Erlöse vielfach nicht mehr ausreichen.
In immer weniger Krankenhäusern sind Geburten möglich. In den verbleibenden Geburtshilfen ist die Versorgung der werdenden Mütter zunehmend aufwendiger. Dabei sind die Erlöse vielfach nicht mehr kostendeckend.
Das sind wesentliche Ergebnisse der DKI-Studie „Kompendium Geburtshilfe“ für die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG). Ziel des Kompendiums ist es, aktuelle Entwicklungen und künftige Perspektiven in der Geburtshilfe aufzuzeigen. Die Ergebnisse basieren auf einer Repräsentativbefragung von 218 Krankenhäusern mit Geburtshilfe sowie Analysen amtlicher Statistiken.
Demnach erwarten drei Viertel der befragten Geburtshilfen für das Jahr 2025, dass die Kosten ihrer Abteilung die Erlöse übersteigen. Der negative Trend aus früheren DKI-Befragungen zur wirtschaftlichen Lage in der Geburtshilfe setzt sich damit fort. Der überwiegende Teil der Geburten in Deutschland findet im Krankenhaus statt. Im Jahr 2024 wurden 98 Prozent aller Kinder im Krankenhaus geboren. Infolge des allgemeinen Geburtenrückgangs ist dort die Anzahl der Geburten zwischen 2000 und 2024 von 746.625 Geburten auf 654.615 gesunken (-14 Prozent).
Im Jahr 2000 wurden noch in mehr als der Hälfte der Krankenhäuser (52 Prozent) Frauen entbunden. Bis zum Jahr 2023 reduzierte sich der Anteil der Kliniken mit Entbindungen auf 39 Prozent. Dadurch ist die durchschnittliche Anzahl von Entbindungen je Krankenhaus im Zeitraum von 2000 bis 2024 von 712 auf 1.133 gestiegen.
Das entspricht einer Steigerung um fast 60 Prozent. Die Geburten konzentrieren sich zunehmend auf größere Krankenhäuser.
Im Jahr 2000 lag der Anteil der normalen (Spontan-)Geburten an allen Entbindungen bei 72 Prozent. Bis zum Jahr 2024 reduzierte sich dieser Anteil auf rund 60 Prozent. Der Anteil der Kaiserschnitte nahm von im Jahr 2000 um 11 Prozent bis zum Jahr 2010 zu und hat sich seitdem kaum noch erhöht.