Personalpolitik

Helios will bei der Nachbesetzung von Arztstellen genau hinsehen

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Helios will bei der Nachbesetzung von Arztstellen genau hinsehen
© Helios

Ein Artikel in der "Zeit", der dem Klinikriesen Helios den Abbau von Arztstellen vorwirft, schlägt hohe Wellen. Nun hat sich Helios zu Wort gemeldet. 

Unter dem Titel „Weniger Ärzte, hohe Gewinne“ hatte das Wochenmagazin „Die Zeit“ den Fresenius-Chef Stephan Sturm mit der Ankündigung zitiert, dass es „eine gezielte Verringerung von Arzt-Kapazitäten" geben werde. Der Klinikkonzern Helios, der 2020 einen Gewinn von 600 Millionen Euro verbuchte, ist ein Tochterunternehmen von Fresenius. Der Zeitungsbericht hatte einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Die Versorgung mit zu wenig Personal sei das Geschäftsmodell von Helios, schimpfte der Verband der leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK). „Unsere Mitglieder bestätigen diese Zustände in vollem Umfang. Diesem mittlerweile maßlosen Gewinnstreben um jeden Preis ist nur durch die Festlegung von gesetzlichen Untergrenzen – auch für das ärztliche Personal beizukommen“, so VLK-Chef Dr. Michael Weber. 

Dennis Radtke (CDU): "Ein Skandal"

Auch Dennis Radtke fand deutliche Worte. Er sitzt für die CDU im Europaparlament und ist stellvertretender Bundesvorsitzender des CDU-Arbeitnehmerflügels CDA. „Aus meiner Sicht ist es ein Skandal, dass öffentliche Mittel in Höhe von 10 Milliarden in den Krankenhaussektor geflossen sind, nunmehr aber ein Abbau beim ärztlichen Personal stattfindet. Hier gewinnt man schnell den Eindruck, dass eine staatliche Unterstützung zur Freihaltung von Kapazitäten gezielt dazu genutzt worden ist, die eigene Ertragssituation zu verbessern.“

Helios: 2020 blieb die Stellenzahl stabil

Helios erklärt nun, 2020 sei die Zahl der Ärzte stabil geblieben – derzeit würden 10.000 Vollkräfte im Ärztlichen Dienst arbeiten. Im Verhältnis Arzt zu Patient liege man im Bundesdurchschnitt. Von einer Gefährdung der Patientenversorgung könne keine Rede sein. „Das zeigen unsere jährlichen Qualitätszahlen. Bekanntlich legen wir seit dem Jahr 2000 konkret alle Qualitätsergebnisse offen“, schreibt Helios. 

120.000 Behandlungen weniger

Allerdings habe 2021 ein Rückgang der Patientenzahlen stattgefunden, der nicht allein durch die Pandemie erklärbar sei. Er sei zu einem hohen Teil dadurch bedingt, dass einige Leistungen immer häufiger ambulant erbracht werden. Helios rechnet für 2021 mit 120.000 Behandlungen weniger als 2019. Angesichts dieser Entwicklung habe sich der Konzern entschlossen, die Nachbesetzung von Stellen im Ärztlichen Dienst und die Neuschaffung von ärztlichen Stellen unter den Vorbehalt einer Einzelfallprüfung zu stellen. „Insgesamt rechnen wir für das gesamte Jahr 2021, dass in unseren 89 Kliniken im Durchschnitt drei Stellen pro Standort nicht nachbesetzt werden“, schreibt Helios.
 

Autor

 Jens Mau

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