Der Aufsichtsrat des Klinikums Mittelbaden hat ein Konzept zur wirtschaftlichen Stabilisierung beschlossen und die Geschäftsführung mit der Umsetzung beauftragt. Kernpunkte sind die Konzentration der stationären Versorgung auf die Standorte Rastatt und Baden-Baden sowie die Schließung des Standorts Bühl zum Jahresende 2026.
Künftig konzentriert das Klinikum Mittelbaden die stationäre und notfallmedizinische Versorgung auf die Standorte Rastatt und Baden-Baden. Beide Häuser bleiben als Akutkliniken mit eigener Notfallversorgung bestehen. Das Klinikum bündelt medizinische Leistungen stärker und stimmt die Angebote der beiden Standorte enger aufeinander ab.
Klinikstandort Bühl schließt Ende 2026
Der bereits 2025 beschlossene Rückzug aus Bühl wird zum 31. Dezember umgesetzt. Die dort bisher angebotenen Leistungen verteilen sich auf Rastatt und Baden-Baden. So wechselt die Altersmedizin nach Baden-Baden, während Schmerzmedizin, Sportmedizin sowie Teile des ambulanten Operierens nach Rastatt ziehen. Weitere Fachbereiche werden entsprechend den künftigen Schwerpunkten der beiden Standorte neu geordnet. Ziel ist der Abbau von Doppelstrukturen und eine effizientere Nutzung der Ressourcen.
Rund 200 Mitarbeiter von Anpassungen betroffen
Mit der Konsolidierung plant das Klinikum Anpassungen bei den Personalkapazitäten. Nach aktuellem Stand betrifft dies rund 200 Mitarbeiter. Ein wesentlicher Teil soll über natürliche Fluktuation und weitere sozialverträgliche Maßnahmen erfolgen. Die Umsetzung will das Klinikum gemeinsam mit dem Betriebsrat abstimmen.
Defizite erhöhen den wirtschaftlichen Druck
Das Klinikum verweist in einer Pressemitteilung auf anhaltende wirtschaftliche Belastungen durch steigende Kosten, gesetzliche Vorgaben und die Krankenhausfinanzierung. Bereits vor dem aktuellen Beschluss hatte das Haus Maßnahmen zur Stabilisierung eingeleitet. Dazu gehören ein nachhaltiges Erlösmanagement, Struktur- und Prozessverbesserungen, die weitere Digitalisierung sowie die Umsetzung der Immobilienstrategie. Zudem plant das Klinikum Anträge auf Fördermittel aus dem Transformationsfonds. Für das laufende Jahr rechnet die Gesellschaft mit einem erheblichen Defizit. Das Sanierungskonzept soll die erwarteten Verluste in den kommenden Jahren reduzieren.
Verkauf der Klinikimmobilie in Bühl vorgesehen
Im Zusammenhang mit der Standortschließung hat der Aufsichtsrat dem Verkauf der Klinikimmobilie in Bühl an die Stadt Bühl zugestimmt. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt einer entsprechenden Entscheidung der Stadt.
Veränderungen in der Geschäftsführung
Zum 28. Februar 2027 scheidet Thomas Iber als Medizinischer Geschäftsführer aus. Er konzentriert sich anschließend auf seine Tätigkeit als Chefarzt. Der kaufmännische Geschäftsführer Felix Brenneisen übernimmt zusätzliche Aufgaben, unter anderem in den Medizinischen Versorgungszentren. Darüber hinaus plant das Klinikum die Ausschreibung einer befristeten Geschäftsführungsposition mit Schwerpunkt Sanierung und Restrukturierung sowie die Einrichtung eines medizinischen Beirats.
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