Drei Krankenhäuser in Stadt und Landkreis Osnabrück wollen ihre Kräfte bündeln und künftig unter einem gemeinsamen Dach agieren. Doch die geplante Gesundheitsreform verzögert die Umsetzung der Kooperation.
Das Klinikum Osnabrück und die Niels-Stensen-Kliniken wollen ihre Zusammenarbeit auf eine neue vertragliche Grundlage stellen.
Dies teilten beide Träger in einer Pressemitteilung mit. Die Partner planen gemeinsam mit der Stadt Osnabrück und dem Bischöflichen Stuhl eine Eckpunktevereinbarung. Sie soll den bisherigen Letter of Intent ablösen, der Ende Juni 2026 ausläuft. Ziel bleibt, die Versorgung an den Standorten Bischofsstraße, Finkenhügel und Harderberg zu sichern und wirtschaftlich tragfähig auszurichten.
Reaktion auf steigenden Kostendruck
Hintergrund ist das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Es wird die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser ab 2027 zusätzlich belasten, heißt es weiter. Deshalb überprüfen die Träger ihre bisherigen Planungen und passen sie an.
Nach Informationen des NDR war eine Entscheidung ursprünglich bereits für Mai vorgesehen. Aufgrund der erwarteten finanziellen Auswirkungen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes müssen die Planungen jedoch neu bewertet werden. Hintergrund sind zusätzliche Belastungen im zweistelligen Millionenbereich pro Jahr.
Die Träger verweisen darauf, dass sie Synergien schneller realisieren müssen, um künftigen finanziellen Mehrbelastungen zu begegnen.
Holding-Modell als Perspektive
Die konkrete Ausgestaltung wird im Rahmen der gemeinsamen Medizinstrategie aufgrund dieser regulatorischen und wirtschaftlichen Vorgaben erarbeitet. Die fortschreitende Ambulantisierung und die Rehabilitationsangebote werden dabei stärker als bisher einbezogen.
Als gemeinsames Zukunftsmodell favorisieren die Partner eine von Stadt und Niels-Stensen-Kliniken getragene Holding-Struktur, die eine noch engere Zusammenarbeit ermöglichen soll. Hierfür werden nun die vertraglichen, wirtschaftlichen und personalkonzeptionellen Grundlagen erarbeitet. Die Ausarbeitung soll bis Herbst 2026 abgeschlossen sein, sodass die Gremien aller Beteiligten zum Jahresende 2026 über die Umsetzung entscheiden können.
cs
