Die Krankenhausreform in Schleswig-Holstein wird konkreter: In der Versorgungsregion Mitte sollen große Klinikstandorte ihre zentrale Rolle behalten, während kleinere Häuser neue Versorgungsaufträge erhalten könnten.
Mit den Regionalkonferenzen konkretisiert Schleswig-Holstein seine Krankenhausplanung für die Zeit ab 2027. Nach den bislang vorgestellten Regionen zeichnet sich auch für die Versorgungsregion Mitte ein Umbau der Kliniklandschaft ab. Während große Krankenhäuser gestärkt werden sollen, stehen kleinere Standorte vor einer Neuausrichtung ihrer Versorgungsaufträge. Das geht aus den Ergebnissen der fünften Regionalkonferenz zur Krankenhausreform hervor, die das Gesundheitsministerium Schleswig-Holstein am Montag vorgestellt hat.
Die Landesregierung präsentierte dabei ein vorläufiges Zielbild für die Region rund um Kiel, Neumünster sowie Teile der Kreise Plön, Segeberg und Rendsburg-Eckernförde. Die endgültige Zuweisung der Leistungsgruppen soll Ende des Jahres erfolgen. Derzeit läuft noch das Anhörungsverfahren der Krankenhäuser.
Große Zentren sollen zentrale Rolle behalten
Das Gros der stationären Leistungen soll weiterhin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel, am Friedrich-Ebert-Krankenhaus in Neumünster sowie am Städtischen Krankenhaus Kiel erbracht werden. Die drei Häuser gelten als zentrale Anker der künftigen Versorgungsstruktur in der Region. Welche Leistungsgruppen sie konkret erhalten, steht allerdings noch nicht fest. Gleichzeitig deutet sich an, dass mehrere kleinere Standorte ihre bisherigen Aufgaben nicht unverändert fortführen werden. Das Schleswig-Holsteinische Ärzteblatt sprach nach der Regionalkonferenz von „drei Klinikstandorten vor dem Aus“.
Klinik Preetz soll geriatrisches Profil ausbauen
Zu den Häusern, die künftig ein geschärftes Profil erhalten sollen, zählt die Klinik Preetz. Nach den Vorstellungen des Landes soll der Standort zusätzliche geriatrische Strukturen aufbauen und damit seine Rolle in der Grundversorgung und der Basisnotfallversorgung festigen.
Die meisten Fachkliniken der Region sollen dagegen erhalten bleiben. Dazu gehören unter anderem die Klinik Flechsig, die Schmerzklinik Kiel, die Nordblick Augenklinik Bellevue und die Park-Klinik Kiel.
Ähnliche Entwicklung in anderen Regionen
Auch in den bereits vorgestellten Versorgungsregionen verfolgt das Land einen ähnlichen Kurs. Zu den bislang bekannt gewordenen Veränderungen gehören:
- Das UKSH Lübeck und die Sana Kliniken Lübeck sollen ihre zentrale Rolle in der Notfall- und Krebsversorgung behalten. Das DRK-Krankenhaus Lübeck soll als geriatrische Fachklinik gestärkt werden. Für kleinere Standorte wie die Praxisklinik Travemünde werden dagegen neue Konzepte erforderlich.
- Das Klinikum Itzehoe soll künftig als Maximalversorger eine Schlüsselrolle in der Region Süd-West übernehmen.
- Die stationäre Kardiologie der Kardiologischen Klinik Norderstedt soll nach den bisherigen Planungen wegfallen. Die Leistungen sollen vor allem nach Henstedt-Ulzburg und Bad Segeberg verlagert werden.
- Die Margarethen-Klinik Kappeln soll zu einem sektorenübergreifenden Versorger (SÜV) weiterentwickelt werden.
- Das Westküstenklinikum Heide und das Klinikum Nordfriesland Husum sollen gestärkt werden. Das Westküstenklinikum Brunsbüttel, die Inselklinik Föhr-Amrum und die Nordseeklinik Helgoland sollen künftig als sektorenübergreifende Versorger betrieben werden.
Mit den Regionalkonferenzen konkretisiert das Land schrittweise die Umsetzung der Krankenhausreform. Die endgültigen Entscheidungen über die Leistungsgruppen und mögliche Übergangsfristen will das Gesundheitsministerium Ende Dezember bekanntgeben.

