Der Deutsche Ärztinnenbund (DÄB) fordert strukturelle Veränderungen, um Machtmissbrauch in der Medizin entgegenzuwirken.
Die Mitgliederversammlung hat dazu in Hannover einstimmig eine Erklärung verabschiedet, die vor allem Hierarchien, Abhängigkeiten und Entscheidungsstrukturen thematisiert.
DÄB sieht strukturelle Ursachen für Machtmissbrauch
Der DÄB betrachtet Machtmissbrauch in der Medizin nicht allein als individuelles Fehlverhalten. Nach Einschätzung des Verbands können insbesondere überholte Hierarchien und persönliche Abhängigkeiten in der medizinischen Weiterbildung problematische Strukturen begünstigen.
Als weiteren Faktor nennt der Verband intransparente Entscheidungs- und Beschwerdewege. Sie könnten die Aufarbeitung von Vorfällen erschweren und dazu beitragen, dass Grenzverletzungen ohne Konsequenzen bleiben.
Auswirkungen auf Personal und Versorgung
Der DÄB verweist zudem auf Folgen für Personalentwicklung und Versorgung. Machtmissbrauch könne die berufliche Entwicklung beeinträchtigen und Karriereabbrüche von Ärztinnen begünstigen.
Der Verband stellt außerdem einen Zusammenhang mit dem Fachkräftemangel sowie der Qualität von Forschung, Wissenschaft und Patientenversorgung her.
Einrichtungen sollen Machtstrukturen überprüfen
Mit seiner Erklärung fordert der DÄB Ärzteschaft, medizinische Einrichtungen, Standesorganisationen und Politik auf, bestehende Machtgefälle zu überprüfen sowie strukturelle Konsequenzen einzuleiten.
Dabei rückt der Verband auch die Führungsverantwortung in medizinischen Einrichtungen in den Mittelpunkt. Ziel seien Arbeitsstrukturen, die Respekt, psychologische Sicherheit und Gleichberechtigung im beruflichen Alltag zu gewährleisten.
ab
