Sinkende Fallzahlen, reduzierte Leistungsgruppen im Krankenhausplan und wirtschaftliche Belastungen: Das Marienhospital Oelde wird seinen stationären Krankenhausbetrieb zum 31. Dezember 2026 einstellen.
Mit der Schließung, über die die Katholische Hospitalvereinigung Ostwestfalen (KHO) als Trägerin des Hauses auf ihrer Homepage informiert, endet die stationäre Versorgung an dem Krankenhausstandort im Kreis Warendorf. Von der Entscheidung sind nach Berichten aus der Region rund 400 Beschäftigte betroffen. Betriebsbedingte Kündigungen seien laut KHO jedoch nicht vorgesehen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen ein Arbeitsangebot an den anderen Standorten der KHO erhalten.
„Diese Entscheidung erfüllt uns mit großem Bedauern“, sagte KHO-Geschäftsführer Matthias Bitter. „Uns ist bewusst, welche Bedeutung das Marienhospital für die Menschen in Oelde und der Region sowie insbesondere für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat.“
Rückläufige Fallzahlen und weniger Leistungsgruppen
Nach Angaben der KHO fiel die Entscheidung nach einer über mehrere Jahre schwierigen strukturellen, medizinischen und wirtschaftlichen Entwicklung. Die stationären Fallzahlen und die Erlöse seien kontinuierlich gesunken. Zudem musste das Krankenhaus im Zuge der nordrhein-westfälischen Krankenhausplanung bereits Anfang 2025 die Geburtshilfe und die Geriatrie aufgeben.
Der aktuelle Krankenhausplan weist dem Standort ein deutlich reduziertes Leistungsgruppenangebot zu. Dadurch seien die Möglichkeiten eingeschränkt, das Haus wirtschaftlich weiterzuentwickeln. Hinzu kommen nach Angaben des Trägers ein hoher Investitionsbedarf in Gebäude und Infrastruktur sowie zusätzliche Belastungen durch das GKV-Beitragssatz-Stabilisierungsgesetz.
„Unter diesen Rahmenbedingungen ist ein dauerhaft wirtschaftlicher Betrieb des stationären Leistungsangebots in Oelde nicht möglich“, erklärte die KHO.
Versorgung bis Ende 2026 gesichert
Bis zum Ende des Jahres soll die Patientenversorgung nach Angaben des Trägers unverändert fortgeführt werden. Die KHO kündigte an, die kommenden Monate „strukturiert, transparent und verantwortungsvoll“ gestalten zu wollen.
Zugleich verweist die KHO darauf, dass nach den Kriterien des Krankenhausplans in der Region keine stationäre Unterversorgung bestehe, da umliegende Krankenhäuser entsprechende Versorgungsangebote vorhalten.
Debatte über die künftige Gesundheitsversorgung
Die wirtschaftliche Lage des Marienhospitals hatte bereits in den vergangenen Wochen eine Debatte über die Zukunft des Standorts ausgelöst. Geschäftsführer Bitter hatte zuvor von einer „sehr ernsten Lage“ gesprochen. Als Belastungsfaktoren nannte die KHO unter anderem die Krankenhausreform und zusätzliche Finanzierungsprobleme.
Das Marienhospital gehört seit 2022 zur Katholischen Hospitalvereinigung Ostwestfalen. Der Verbund betreibt mehrere Krankenhäuser in Ostwestfalen-Lippe. Die KHO hat angekündigt, auch nach dem Ende des stationären Betriebs ein Gesundheitsangebot am Standort entwickeln zu wollen.
cs
